Mai 312012
 

In einer weiteren Folge unserer Interviews mit den Nominierten des Grimme Online Award  2012 spricht ARD-aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke über die in der Kategorie Information nominierte Tagesschau-App.

Was ist die Idee hinter Ihrem Online-Angebot?
Wir machen die Tagesschau-App, weil wir den Auftrag haben, die Menschen in diesem Land mit Nachrichten zu versorgen, und zwar Nachrichten, die sich primär am Kriterium der Relevanz orientieren. Wenn wir die gesamte Gesellschaft erreichen wollen, müssen wir den Menschen unsere Nachrichten überall anbieten, wo sie sie nutzen möchten.

Screenshot: tagesschau.de/app/

Screenshot: tagesschau.de/app/

Das bedeutet, dass wir insbesondere jüngere Menschen über eine App mit Informationen versorgen müssen. Letztendlich gibt es die Tagesschau-App, weil wir glauben, dass eine informierte Gesellschaft eine leistungsfähigere Gesellschaft ist, vor allem aber ein Gemeinwesen, dass auch in schwierigen Zeiten eher zusammenhält.

Was macht die Qualität Ihres Angebots aus?
Der Schlüssel zum Erfolg der Tagesschau-App liegt wahrscheinlich in der Verbindung von Tradition und Moderne, der Kombination von klassischen, journalistisch hochwertigen Inhalten mit einer zeitgemäßen Verpackung und Form der Verbreitung. Insofern widerlegt der große quantitative Erfolg der Tagesschau-App die These von der unpolitisierten Gesellschaft bzw. der unpolitisierten Jugend. Auch junge Nutzer informieren sich bei der Tagesschau-App in großer Zahl über politisch relevante Ereignisse – das freut mich als Chefredakteur, noch mehr aber macht es mir als Staatsbürger Mut für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Dr. Kai Gniffke; Foto: Jens Becker

Dr. Kai Gniffke; Foto: Jens Becker

Welche Websites können Sie, außer Ihrer eigenen, empfehlen?
Ich möchte gerne zwei Apps empfehlen. Zunächst ziehe ich den Hut vor unserem Mitbewerber, der FR-App. Ohne nochmal die Begründung für die Grimme-Online-Award-Nominierung herunterzubeten, haben die Frankfurter nach meinem Eindruck mit dieser App einen Weg aufgezeigt, wie man mit einer exzellenten Verpackung ein gutes journalistisches Produkt digital verkaufen kann.
Mein zweiter Tipp klingt vielleicht etwas befremdlich. Ich finde die Pixi-App des Carlsen-Verlags eine Bereicherung. Sie trägt eine Marke, die ich seit Kindertagen kenne, in die digitale Zukunft – ganz ähnlich wie die Tagesschau. Zwar lese ich heute keine Pixi-Bücher mehr (vor), aber vor einigen Jahren hätte ich mir bei meinen Kindern diese App gewünscht, die notfalls weiterliest, wenn Papa am Kinderbett die Augen zufallen.

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