Mai 242013
 

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Journalist Daniel Drepper in seinem Blog “fussballdoping.de”. Doping im Nationalsport Fußball, ein Thema, das es eigentlich gar nicht gibt. Nun ist er dafür nominiert.

Daniel Drepper, rechts, von fussballdoping.de Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Rechts Daniel Drepper von fussballdoping.de
Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Was war der Anlass für die Konzeption beziehungsweise Initiierung ihres Online-Angebots?

Als Journalist hatte ich vorher schon selbst viel über Korruption und Doping im Sport, vor allem im Radsport, berichtet, doch irgendwie war das Thema schon durch, außer im Fußball. Doping im Fußball schien mir bisher vernachlässigt, weil es ja auch so heikel und schwierig ist. Doch genau das wollte ich angehen, eine langfristige Lösung beziehungsweise ein längerfristiges Projekt begleiten und ein Blog dazu entwickeln. Erst einmal überhaupt eine Anlaufstelle schaffen, wo Infos über dieses Thema gezielt zusammengetragen werden, wo die Leute die Möglichkeit haben, mit mir als Autor in Kontakt zu treten und sich zu informieren. Vorher gab es so etwas ja noch nicht, eine Plattform für mögliche Recherchen zum Thema Doping im Fußball. Es gab nur grobe Infos, die man sich überall im Netz zusammensuchen musste. Bei fussballdoping.de ist das anders. Ich verstehe das als Community, als eine anonyme Anlaufstelle, an die Leute Material schicken können. Ziel ist dabei das Zusammentragen, die Anhäufung und der Austausch von Wissen zum Thema.

Was und welche Zielgruppen wollen Sie damit erreichen?

Grundsätzlich denke ich dabei an alle Sport- und Fußballinteressierte, die mehr als die klassische 1:0-Berichterstattung und das, was Fußballspieler ihnen am Spielfeldrand über Doping ins Mikro sagen, erwarten. Ganz klar sehe ich eine klassische Doppelfunktion: Erstens soll fussballdoping.de als journalistisches Info-Tool und darüber hinaus als Wissensplattform dienen. In diesem Sinne sollen auch Leute, die konkretes Fachwissen über das Thema haben, also Experten, sich zusammenfinden, sich und ihr Wissen einbringen und teilen. Ziel ist es, über das Thema aufzuklären und offen damit umzugehen. Längerfristig wäre es schön, wenn sich das Angebot als Anlaufstelle für die erste gezielte Recherche im Netz zum Thema, für Informationen und weitere Quellen, entwickeln würde.

Wie haben Sie reagiert, als Sie von der Nominierung erfuhren?

Ich saß im Home-Office am Schreibtisch vor meinem Computer und habe mich riesig gefreut. Endlich dachte ich, erfahren mehr Leute von diesem brisanten Nischenthema, und womöglich erhöht sich dadurch die Aufmerksamkeit und die Aussicht, Wissen darüber zu generieren. Dass es tatsächlich so ist, habe ich durch erhöhte Klickzahlen schon festgestellt.

Was bedeutet die Nominierung für die zukünftige Entwicklung Ihres Angebots?

Die Konzeption von fussballdoping.de steht und es soll auch so weitergehen. Das Portal soll solange weiterexistieren, bis auch der letzte Fall von Doping im Fußball aufgeklärt ist, also alles gesagt und getan wurde – und das kann dauern. Durch die Nominierung sind die Möglichkeiten des Portals sicherlich größer geworden, da der Grimme Online Award als eine Art “Gütesiegel” dient. Außerdem ist die Nominierung eine Bestätigung dafür, dass die Aufmachung oder Umsetzung des Themas auch von außen positiv gesehen wird und wir auf dem richtigen Weg sind.

Daniel Drepper erzählt, warum er seine Plattform für auszeichungswürdig hält:

Weitere Videos von den Nominierten

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