Mai 252014
 
Screenshot "Neues aus der Zukunft"

Screenshot “Neues aus der Zukunft”

Carlo Zottmann, Herausgeber des Newsletters “Neues aus der Zukunft” und Optimist aus Überzeugung, bietet Science Fiction-Nachrichten aus Bereichen wie Biotechnologie, Robotik oder Humanmedizin. Seiner Meinung nach berichten unsere Nachrichtenkanäle nur über Politiker, Katastrophen und Verbrechen. Das kann das eigene Weltbild negativ verzerren. Glück für uns, dass er sich mit dem kreativen Schreiben einen Ausglich zu seinem Beruf als Softwareentwickler schaffen möchte und wir so an seinem postiven, neugierigen Blick in die Zukunft teilhaben können.

Sind Sie von der Nominierung überrascht worden oder haben Sie Ihr Angebot selbst vorgeschlagen?

Carlo Zottmann Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Carlo Zottmann Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Ich habe mich nicht selber vorgeschlagen und war extrem überrascht. Allerdings habe ich schon in meinen Statistiken gesehen, dass “Neues aus der Zukunft” auf der Website vom Grimme Online Award bei den Vorschlägen gelistet war. Das hat mich sehr amüsiert, weil ich mir keinerlei Chancen für irgendwas ausgerechnet hatte. Dementsprechend war die Freude über die Nominierung sehr groß.

Wie ist Ihr Angebot entstanden?

Auslöser ist, dass ich eigentlich immer gute Laune habe. Außerdem mag ich Sciene-Fiction und habe aus Interesse irgendwann mal angefangen zu überprüfen, wie fern die Dinge, die in meinen Lieblingsromanen oder Büchern stehen, wirklich sind. Da habe ich relativ schnell festgestellt, dass das alles gar nicht so weit weg ist. Das hat mich dann sehr optimistisch gemacht und ich konnte mich in den letzten Jahren immer mehr auf die Zukunft freuen.  Mir ist aber aufgefallen, immer wenn ich mich mit Freunden oder Bekannten unterhalten habe, kamen die immer mit: “Alles ist doof – Mord, Krieg, Bundestagswahl – die üblichen Katastrophen”. Da kann man schlechte Laune bekommen. Und ich konnte dann erzählen, dass nicht alles furchtbar ist. Wenn ich aus dem Nähkästchen geplaudert habe, waren die Leute immer sehr überrascht. So kam die Idee, daraus einen Newsletter zu machen. Das Format gefiel mir auch rein von der Technik her sehr gut. Das wollte ich in Deutschland einfach mal ausprobieren. Dazu wollte ich auch kreativ schreiben. Diese Dinge kamen zusammen, es war gutes Timing.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus und wer ist daran beteiligt?

Rein redaktionell bin nur ich daran beteiligt. Die Gesamtverantwortung, wie man so schön sagt, liegt bei mir. Die Technik mache ich aber mit einem Freund zusammen. Wir haben zusammen eine Newsletter-Plattform aufgesetzt und “Neues aus der Zukunft” war sozusagen der Testballon. Redaktionell arbeite ich dann zwei Wochen an einer Ausgabe, das mache ich in meiner Freizeit. Ich lese zum Beispiel viel Wissenschaftsblogs oder Pressemitteilungen von Universitäten und bin bei reddit in der Futurismusabteilung unterwegs. Wenn mir bei der Suche Themen gefallen, sichte ich sie, und wenn es mich anspricht, recherchiere ich nach. Ich bin ja kein Wissenschaftler und muss erst mal die technischen Zusammenhänge nachvollziehen. Wenn ich es dann immer noch für sinnvoll halte, wird das Ganze ins Deutsche übertragen und entsprechend verpackt. Bisher ist es eine private Geschichte und ich verdiene momentan kein Geld damit. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal Abertausende von Abonnenten habe und mal was über Sponsoring machen kann. Aber das ist in der Zukunft (lacht). Vor Kurzem habe ich aber für monatliches Crowdfunding eine Patreon-Seite aufgesetzt. Außerdem habe ich einen Flattr-Button. Aber damit wird man nicht reich und das ist auch nicht das Ziel. Aber ich freue mich natürlich, wenn Leuten das ein bisschen was wert ist. Dann können damit die Serverkosten bezahlt werden. Aber ich habe nicht irrsinnig viele Ausgaben, von daher passt das schon.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich habe den Newsletter aufgesetzt, weil ich finde, dass Deutschland zu pessimistisch ist. Das ist irgendwie ein Grundzug der Deutschen. Alles ist erstmal doof. Ich versuche, das mit einer gesunden Portion Optimismus auszugleichen, und mir macht das kreative Schreiben einfach Spaß. Es ist ein Ausgleich zu meinem normalen Job als Softwareentwickler. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Leute “Neues aus der Zukunft” lesen und vielleicht so gut finden, dass sie es weiterverteilen. Das ist mein kurzfristiges Ziel und das was auch erreichbar ist in der nächsten Zeit.

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