Mai 302014
 
Screenshot "kleinerdrei"

Screenshot “kleinerdrei”

Die Kombination <3 steht im Web für ein Herz. Und so schreiben die sechs Autorinnen und drei Autoren in ihrem Gruppen-Weblog “kleinerdrei” über alles, was ihnen am Herzen liegt und sie bewegt. Die Themen reichen von der plötzlichen Leidenschaft fürs Sprachenlernen über Sexualität bis hin zu gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen. Beigemischt ist eine Portion Nerdigkeit und Feminismus. Kleinerdrei ist für vieles und für viele offen. Deshalb freut sich Gründerin Anne Wizorek auch immer besonders über Gastbeiträge zu neuen Themen.

 

Sind Sie von der Nominierung überrascht worden oder haben Sie Ihr Angebot selbst vorgeschlagen?

Mich hat die Nominierung komplett überrascht. Ich habe zwar mitbekommen, dass wir unter den vielen Vorschlägen sind, hätte aber nicht damit gerechnet, dass wir tatsächlich zu den Nominierten gehören würden. Die Begeisterung im Team war natürlich groß und wir haben uns sehr gefreut. Nun sind wir sehr gespannt, was uns erwartet.

Wie ist Ihr Angebot entstanden?

Die Idee hatte ich schon länger in meinem Kopf und im August 2012 habe ich mit der Umsetzung angefangen. Das grobe Konzept bestand aus einem popkulturellen Ansatz zu feministischen Themen in Blogform. Es existierten ein paar Vorbildseiten aus dem amerikanischen Kontext, zu denen es noch kein deutsches Äquivalent gab. Es sollte aber nicht nur ein Abziehbild werden, sondern eine eigene Sache entstehen. Mein Wunsch war, das Ganze mit mehreren Autorinnen und Autoren zu bestreiten. Im August habe ich eine Reihe von Leuten angeschrieben und von meiner Vorstellung erzählt. Die waren von der Idee begeistert, was mich dann bestätigt hat. Teilweise kannte ich die Leute schon offline, andere wiederum nur über das Internet. Wir kommen nicht alle aus der selben Stadt und somit haben wir ein dezentrales Team aufgebaut. Bis Ende des Jahres entwickelten wir ein konkreteres Konzept und überlegten, wie eine Redaktionsplanung aussehen könnte. Außerdem kamen noch Leute für das Design und die technische Umsetzung hinzu. Nachdem alles miteinander abgestimmt war, sind wir im Januar 2013 online gegangen.

Wie sieht die tägliche Arbeit aus und wer ist daran beteiligt?

Ganz wichtig ist unsere Mailingliste für das gesamte Redaktionsteam. Wenn bestimmte Dinge zu klären sind, es Themenvorschläge oder Nachfragen zu Artikeln gibt, sprechen wir uns darüber ab. In der Regel werden alle Artikel rumgeschickt, damit mindestens eine Person Korrektur lesen kann. Auch wenn es Hänger beim Schreiben gibt, kann Feedback gegeben werden, damit es weitergeht. Außerdem arbeiten wir mit Google Docs. Dort steht unser Redaktionsplan, mit dem wir versuchen schon im Voraus zu planen. Das funktioniert bei einem Projekt, für das alle ehrenamtlich arbeiten, mal mehr mal weniger gut. (lacht) Wir haben zwar, auch jeweils unter den Artikeln, einen Flattr-Button und man kann uns etwas spenden. Das ist aber keine feste finanzielle Größe, mit der wir eine regelmäßige Bezahlung einrichten können, was natürlich schade ist. Aber vielleicht kommen wir da ja noch irgendwann hin. Momentan können damit laufende Kosten, wie Server oder Domain, gedeckt werden. Im letzen Jahr haben wir uns in Berlin zur einer Art Weihnachtsfeier, mit Besuch der Komikerin Margaret Cho, getroffen. Das war eine kleine Belohnung für alle, die mitmachen. Einmal pro Woche gibt es einen festen Termin mit Google Hangout, bei dem so viele wie möglich versuchen sich frei zu nehmen. Wenn wir darüber gesprochen haben, wie es uns allgemein geht, reden wir über den Redaktionsplan, Ideen, Aktionen und dergleichen. Am Ende setzen wir uns alle Tiermasken auf, weil das bei Google Hangout so viel Spaß macht.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Die Tätigkeit an “kleinerdrei” nimmt viel Platz in meinem Tagesablauf ein. So muss ich schauen, dass mein eigentlicher Broterwerb nicht darunter leidet. Eine Möglichkeit, um einen besseren Ausgleich zu finden, wäre schön. Ansonsten sind wir auf einem guten Weg. Natürlich freue ich mich immer wahnsinnig, wenn wir Gastbeiträge bekommen. Davon lebt “kleinerdrei” ja auch. Entweder veröffentlichen wir Beiträge von uns schon bekannten Leuten oder neue Menschen kommen mit Themenvorschlägen auf uns zu. Die Tatsache, dass man bei uns auch anonym veröffentlicht kann, führt dazu, dass wir auch kontroversere Themen abdecken können. Das kann noch viele Perspektiven eröffnen.

  One Response to “Was uns am Herzen liegt”

  1. […] Update 30.05.: Tiermasken und Google Docs – Anne erzählt im Interview mit dem Grimme Online-Blog, wie wir bei Kleinerdrei arbeiten […]

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