Apr 022015
 

Fast 1.400 Vorschläge sind zum Grimme Online Award 2015 eingegangen. Knapp 40 Prozent kamen von Internetanbietern, über 60 Prozent haben Nutzer bei uns eingereicht. An der Liste der eingegangenen gültigen Vorschläge sieht man, wie viele schöne, spannende, interessante, neue Webangebote bei uns eingereicht werden. Auch wenn nicht alles preiswürdig ist, macht es großen Spaß, sich durchzuklicken und Neues zu entdecken. Tief in unserer Datenbank gibt es aber auch etwas zu entdecken: Unterschiedliche Typen von Vorschlagenden. Wir geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Preiseinreicher, mit einer kleinen – natürlich nicht ganz ernst gemeinten – Typologie:

Mailschicker

Haben irgendwas falsch verstanden und alarmieren in blindem Aktionismus Freunde und Verwandtschaft per Mail. Zu erkennen an einer Häufung von gleichen Vorschlägen, oft von Personen mit dem gleichen Nachnamen wie der Anbieter. Hierzu können wir nur sagen: Nicht notwendig, einmal reicht. Am liebsten als Anbietervorschlag, dann haben wir alle Kontaktdaten.

Facebooker/Twitterer/Blogger

Verwandt mit dem Mailschicker, wählt aber ein öffentliches Medium. Meist erkennt man, welches, weil mindestens einer der Vorschlagenden den Link zur Einreich-Aufforderung einreicht, statt des eigentlichen Angebotes. Für uns einfacher, weil wir ebenso öffentlich klarstellen können, dass mehrfaches Einreichen nicht notwendig ist.

Gewinnspieler

Die doofsten Einreicher. Sie kommen von irgendeinem Gewinnspiel-Portal (von denen es jedes Jahr mehr zu geben scheint) und schlagen – weil es so praktisch ist – gleich das vor. Da wir aber die Regeln der Verlosung angepasst haben, reicht es eben nicht mehr, irgendeine Website einzureichen, sondern es muss schon eine zulässige sein. Amazon, Wetteronline oder Ebay sind das übrigens auch nicht. Auch dann nicht, wenn man eine URL in das Titel-Feld einträgt und die andere in das URL-Feld. Dann überlegen wir uns nur, welches der beiden unzulässigen Angebote gerade gemeint ist.

Nachdenker

Die mögen wir! Nutzer, die sich wirklich Gedanken machen, was sie vorschlagen und ausführliche Begründungen schreiben. Von diesen Vorschlagenden kommen oft Hinweise auf tolle Angebote, die wir noch nicht kannten. Da tut es uns sogar leid, wenn wir trotzdem sagen müssen, dass das Angebot nicht zulässig ist. Auf jeden Fall schauen wir aber dann noch mal genauer hin!

Profis

Die mögen wir auch! Anbieter, die routiniert bei Preiseinreichungen sind, ihr Angebot sinnvoll beschreiben und auch eine Begründung parat haben. Obendrauf gibt es korrekte Kontaktdaten, alle Beteiligten werden aufgelistet und wir wissen, seit wann das Angebot besteht. Perfekt!

Verwirrte

Was ist eigentlich eine Webadresse? Und der Titel des Angebotes? Macht doch nichts, wenn wir das mal andersrum reinschreiben. Eine URL tippt man auch am besten ab, ob da Schreibfehler drin sind, ist ja egal, die wissen ja, was ich meine. Und bin ich Anbieter oder Nutzer? Hm. Keine Ahnung. Aber hab ich auf Senden gedrückt? Ach, lieber noch mal.

Arrogante

Titel? Pfft. Begründung? Da reicht doch xxx. Mein Angebot steht für sich. Und mit Groß- und Kleinschreibung bei meinem Namen halte ich mich auch nicht auf. Wenn große Journalisten-Denker ihre Angebote vorschlagen, muss man über solche Kleinigkeiten hinwegsehen. Tun sie ja auch.

Unfertige

In vier Stunden endet die Einreichungsfrist? Ach, da krieg ich noch ein Webangebot auf die Beine gestellt. So genau werden die vom Grimme Online Award schon nicht hinschauen. Doch, tun wir. Und das Argument, das so ein Preis helfen würde, Geldgeber für das Projekt zu finden, um es fertigzustellen zieht bei uns leider nicht.

Späte

Wenn das Angebot bereits seit fünf Jahren in unveränderter Form existiert, ist der beste Zeitpunkt, es als Anbieter einzureichen, 15 Minuten vor Fristende. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dieses früher zu machen! Darüber hinaus gibt es auch viele Anbieter, die ihr Angebot auf Termin produzieren. Wir wundern uns bei einem Fristende am Wochenende immer, wie viele Personen in öffentlich-rechtlichen Sendern und großen Tageszeitungen samstags arbeiten.

Verspätete

Zwei Monate Einreichungsfrist sind einfach zu kurz. Sehen wir auch so. Aber irgendwann muss Schluss sein. Und wer uns am Tag nach dem Ende der Frist eine Mail schreibt, dass er es verbummelt hat, muss sich leider bis zum nächsten Jahr gedulden. Gleiches gilt für diejenigen, die uns erzählen wollen, dass sie eingereicht haben, aber es wohl irgendwie nicht geklappt hat. Unsere Datenbank funktioniert sehr zuverlässig – keine Chance, sich da noch reinzuschummeln.

Auch wenn wir das nicht statistisch auswerkten, können wir doch sagen, dass die meisten Vorschlagenden Nachdenker und Profis sind – und in diesem Fall ist es echt gut, zur breiten Masse zu gehören! Aber auch die meisten anderen Einreichenden generieren gute Vorschläge, aus denen sich letztlich das vielfältige Wettbewerbskontingent zusammensetzt.

Ach so: Wenn wir was besser machen können im Vorschlagsverfahren – immer her mit den Anregungen. Am besten unten in die Kommentare.

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