Mai 312015
 
Screenshot "CORRECT!V"

Screenshot “CORRECT!V”

“Zugang zu Informationen für jeden Bürger” – dies ist das Anliegen des gemeinnützigen Recherchebüros “CORRECT!V”. Finanziert durch Spenden von Bürgern und Zuwendungen von Stiftungen, fließen Großteile des Budgets in die aufwändige und investigative Recherche. Die Berichterstattung der Non-Profit-Organisation thematisiert Bedrohungen und Herausforderungen für unsere Gesellschaft, aber auch Themen wie Umwelt, Bildung, Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Rechtsradikalismus. “CORRECT!V” ist in der Kategorie Spezial für den Grimme Online Award nominiert. Im Interview spricht Geschäftsführer David Schraven über die Idee des Projektes.

Was ist die Intention von “CORRECT!V”?

Wir wollen bei “CORRECT!V” aufwändige Recherchen machen, die im Dienst der Gesellschaft stehen. Wir wollen Informationen für jeden Bürger zugänglich machen, die ihm helfen, Entscheidungen zu treffen und die Gesellschaft zu verstehen, in der er lebt. Und wir wollen unsere Methoden weitergeben, damit möglichst viele Menschen lernen können, wie sie sich Informationen beschaffen, aufbereiten und verbreiten können.

Ist die gegenwärtige Medienlandschaft Ihrer Meinung nach zu sehr auf reißerische und triviale Themen ausgelegt, die ausschließlich dem Zweck der Unterhaltung bzw. des Infotainments dienen?

Das glaube ich nicht. Ich denke aber, dass in vielen Medien immer weniger Mittel zur Verfügung stehen, aufwändige und komplizierte Geschichten zu machen. Da wollen wir helfend eingreifen und möglichst vielen Medien unsere Recherchen in verschiedenen Formen kostenlos zur Verfügung stellen.

Screenshot "CORRECT!V"

Screenshot “CORRECT!V”

Mit Ihrem Projekt “CORRECT!V” streben Sie einen Journalismus an, der unabhängig ist. Impliziert dies, dass andere journalistische Angebote zu sehr von politischen und finanziellen Einflüssen geprägt sind?

Nein, das tut es nicht. Wir wollen uns nur von den Marktmechanismen unabhängig machen. Denn im Marktgeschehen ist es sehr schwer, Geschichten zu machen, die von ihrem Aufwand oder ihrem Verbreitungsgebiet her Grenzen sprengen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Journalismus? Inwieweit ist eine Anpassung an die Digitalisierung und der Möglichkeit einer ständigen Nutzung von journalistischen Inhalten Gefahr und Chance zugleich?

Ich glaube, der sich wandelnde Journalismus steht vor goldenen Zeiten. Natürlich gibt es in vielen Bereichen Schwierigkeiten, aber die werden in Zukunft überwunden und viele Menschen werden tolle Chancen haben, richtig gute Sachen zu machen. Wir dürfen nicht verzagen, wir müssen den Wandel mit Freude begrüßen.

Christian Humborg, ebenfalls Geschäftsführer von "CORRECT!V"; Foto: Grimme-Institut/Jens Becker

Christian Humborg, ebenfalls Geschäftsführer von “CORRECT!V”; Foto: Grimme-Institut/Jens Becker

Bringen Sie uns bitte kurz die Arbeitsweise der beteiligten Personen bei “CORRECT!V” etwas näher. Wie sieht die tägliche Arbeit aus?

Das ist schwierig in ein paar Worten zu beschreiben. Wir sichten Datenbanken, suchen Quellen, werten Dokumente aus und sprechen mit sehr vielen Menschen. Ab und an haben wir eine gute Idee, ab und an eine schlechte. Und wenn wir am Abend ein wenig klüger sind als am Morgen, dann war es ein guter Tag.

Was bedeutet die Nominierung für den Grimme Online Award für Sie?

Wir freuen uns über die Aufmerksamkeit und das Lob für unsere Arbeit. Das zeigt, dass auch komplizierte Themen, die ganz und gar nicht sexy sind, wahrgenommen werden.

Wie könnte sich ein Gewinn des Grimme Online Award für “CORRECT!V” auswirken? Was erhoffen Sie sich auch in Hinblick auf potenzielle neue Projekte?

Wir hoffen, dass mehr Leute auf unser Vorhaben aufmerksam werden und vielleicht sogar mit ihrer Spende dabei helfen, dass wir noch mehr und bessere Geschichten machen können.

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