Mai 082016
 
Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Hanseatisch gediegen ging es zu bei der Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen für den Grimme Online Award und erinnerte Brigitte Baetz, Moderatorin und Mitglied der Nominierungskommission sogleich an “Grünkohlessen in der Bremer Bürgerschaft”. Dabei fand sie im altehrwürdigen Senatssaal der Universität zu Köln statt, quasi dort, wo die Kölner Uni ganz bei sich ist – hohe Stuhllehnen, an den Wänden Portraits der ehemaligen Uni-Kanzler in Öl, die streng auf das Treiben vor sich blicken, ganz so, als ob sie fragten: “Ob sich dieses Internet durchsetzen wird?” Nun es hat sich durchgesetzt und mit ihm die 28 nominierten Angebote – gefiltert aus insgesamt 1.200 Einreichungen in diesem Jahr. Und fast alle Nominierten waren angereist. Manche sind auch nicht gekommen, einige blieben abwesend und waren doch präsent, aber davon später mehr.

Torsten Meyer (Universität zu Köln) und Frauke Gerlach (Grimme-Institut) begrüßen, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Torsten Meyer (Universität zu Köln) und Frauke Gerlach (Grimme-Institut) begrüßen, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

“Was mich in diesem Jahr besonders fasziniert, sind die vielen kleinen Anbieter unter den Nominierten und die vielen Formate”, so die Grimme-Direktorin Frauke Gerlach in ihrer Begrüßung. Hier zeige sich eine eigene Webästhetik, insoweit setze sich der Grimme Online Award auch vom Grimme-Preis ab. Dieser ist in diesem Jahr erstmals mit einem reformierten Statut angetreten und setzt seitdem nicht mehr auf die lineare Ausstrahlung, sondern ausschließlich auf die “fernsehgemäße Gestaltung” der Bewegtbilder. Ist hier die Überschneidung programmiert? “Der Grimme Online Award ist kein originärer Bewegtbildpreis, ihm geht es um publizistisch wertvolle Angebote im Netz”, stellt Gerlach klar. Und selbst wenn vielfach von Medienkonvergenz die Rede sei, moderne Medienmacher zunehmend plattformübergreifend agieren: “Die Preise bleiben getrennt”, so die Grimme-Direktorin. Im Anschluss stellt sich der designierte wissenschaftliche Direktor des Grimme-Forschungskollegs an der Universität zu Köln vor, der sich bereits auf die neue Herausforderung freut: Torsten Meyer, Professor für Kunst und ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur, an der Universität zu Köln (UzK). Für ihn gehe es beim Grimme Online Award um das Mitgestalten: “Welches Internet, welche Web-Angebote wollen wir haben in einer von digitaler Vernetzung geprägten Welt?”

INFORMATION

Dann fallen sie endlich, die Namen der diesjährigen Nominierten. Den Anfang macht die Kategorie Information, vorgestellt von der Leiterin des Grimme Online Award Vera Lisakowski: acht Angebote, die bereits andeuten, was das Web an Formaten und Herangehensweisen mittlerweile bereit hält: Datenjournalismus bietet “Geld zieht Ärzte an” von ZEIT ONLINE. Sascha Venohr, einer der beteiligten Autoren, zum Mehrwert dieses Ansatzes: “Datenjournalismus ist erstmal das Suchen nach Mustern, die sich abbilden lassen.” Dabei sei die interaktive Erzählweise “enorm auffällig”, insofern setze man sich von anderen Angeboten ab. Im Netz ist die Konkurrenz groß, Aufmerksamkeit ein knappes Gut. Datenjournalismus bietet auch das ehemalige Studienprojekt “Airbnb vs. Berlin”. Untersucht wird, ob das Zimmervermittlungsportal an steigenden Mietpreisen in bestimmten Stadtquartieren der Hauptstadt (und anderswo) eine Mitschuld trägt. Schließlich ist Berlin nicht die einzige Stadt, in der Wohnungen angeboten werden. Ausgewertet werden dazu die frei verfügbaren Daten von Airbnb und im Detail grafisch aufbereitet. Zur Motivation erklärt Jonas Parnow, einer das Macher: “Alle beschweren sich über Touristen und steigende Mieten. Dann hat noch jemand aus unserem Team eine Wohnung gesucht und wollte es mal genauer wissen – da lag die Projektidee nahe.” Und sie findet Anklang: “Bei uns haben sich schon zahlreiche Zeitungen gemeldet, um unsere Erkenntnisse zu verarbeiten”, aber ihn wundere doch: “Die Politik interessiert sich kaum.” Ein Studierenden-Projekt ist auch der Podcast “Technische Aufklärung“ zum Geheimdienst-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags, vertreten von Felix Betzin und Jonas Schönfelder, die sich nicht nur über die Nominierung freuen, sondern auch über “die Renaissance des Podcastings” allgemein. Und mit Blick auf den viel diskutierten Wechsel von Olli Schulz und Jan Böhmermann und ihrer Radio-Show “Sanft & Sorgfältig” zu einem schwedischen Musik-Streaming-Dienst: “Nein, leider hat Spotify noch nicht angerufen”, so Betzin, einträglich sei das Podcasten eher nicht.

Kathrin Aldenhoff vom Weser Kurier, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Kathrin Aldenhoff vom Weser Kurier, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Passend zur Eingangsbemerkung von Brigitte Baetz wird es dann nochmal richtig bremisch, als die Leiterin des Grimme Online Award auf “Draußen – 24 Stunden mit einem Obdachlosen“ zu sprechen kommt, die Multimedia-Reportage des Bremer Weser-Kuriers über den Tagesablauf eines Obdachlosen: “Keine einmalige Sache!”, so die Lokalredakteurin Kathrin Aldenhoff, eher habe man sich zum Ziel gesetzt, jeden Monat eine Multimedia-Reportage zu veröffentlichen.  Auch Regionalzeitungen können mittlerweile Formate wie diese umsetzen.

Aus der “Straßenperspektive” berichten vielfach auch Johannes Filous und Alexej Hock – zwei der Aktivisten, die auf dem Twitter-Account “Straßengezwitscher (@streetcoverage)” über rechte Gewalt im Osten Deutschlands twittern, nachdem sie Augenzeugen eines ausländerfeindlichen Übergriffs an der Dresdner Semperoper wurden. “Die Entscheidung für Twitter war eher intuitiv”, so Filous über ihr Medium, Twitter sei eben wahnsinnig schnell, biete die Möglichkeit Fotos einzubinden und die Begrenzung auf 140 Zeichen zwinge zu Präzision und Klarheit in der Aussage. Ihr Engagement wird aber leider nicht nur geachtet – sie haben über 13.000 Follower –, ihnen schlägt bisweilen blanker Hass von Rechts entgegen: “Die online erlebten Bedrohungen betrachten wir fast schon als Normalität. Auch auf der Straße sind wir damit konfrontiert. Und das passiert nicht nur uns”, so Filous. Und plötzlich ist es still im Saal, die reale Bedrohung lässt die Stimmung gefrieren. Und warum tun sie sich das an? Ihr Ziel sei, so Filous weiter, “Bürgerjournalismus zu vermitteln. Wir wollen dazu aufrufen: Schaut hin!”

Natürlich hat sich das “Thema des Jahres” – Flucht und Migration – auch in anderen Nominierungen niedergeschlagen: Im Blog “Dschungel von Calais” berichtet Hammed Khamis über das wilde Flüchtlingscamp an der französischen Nordküste. Sein Vorteil: Er sieht aus wie ein Flüchtling und er spricht ihre Sprache. So ist er mittendrin und kann stellvertretend die Geschichten erzählen, die sie nicht erzählen können.

Die Flüchtlinge, über die “Sandalen im Schnee” berichtet, “sind schon etwas weiter”, so Lisakowski bei der Vorstellung der Nominierten. “Sandalen im Schnee” handelt vom Ankommen in der Schweiz, Asylverfahren und den weiteren Schritten – und das sehr persönlich. Das gilt auch für das sehr aufwendige “Paris Protokoll” zur Klimakonferenz von Dezember 2015, an dem ein elfköpfiges Team beteiligt war und trimedial gearbeitet hat. “Für uns stand vor allem die Frage im Mittelpunkt: Wie können wir hinter die Kulissen eines solchen Monstrums wie einer Klimakonferenz blicken, wo alles hochbrisant und hochsensibel scheint.” Immer stehe das Scheitern im Raum. Der Einstieg ist dann über die handelnden Personen gelungen: Anhand von sieben Delegierten werden die Sichtweisen der Verhandlungspartner dargelegt, so dass ein hautnaher Einblick in die Kontroversen der internationalen Klimadiplomatie entsteht. Kontroversen kennzeichnen auch vielfach unser Verhältnis zu Russland, der  ”dekoder”, die letzte Nominierung in der Kategorie Information: Ausgewählte Recherchen, Reportagen und Projekte aus unabhängigen russischen Medien, die hier ins Deutsche übersetzt werden, um am Ende Russland – zumindest ein Stück weit – zu entschlüsseln. Chefredakteurin Tamina Kutscher: “Die Idee stammt ursprünglich von Martin Krohs. Er wollte das hochgekochte Verhältnis zu Russland etwas runter fahren, die Debatte faktenreicher gestalten,” so zumindest die Hoffnung. Ob sie aufgeht? Leserinnen und Leser finde der “dekoder” in der Netzgemeinde – U35 –, aber auch durchaus bei älteren Zielgruppen, die Russland besser verstehen wollen.

WISSEN UND BILDUNG

YouTuber gehören in den letzten Jahren kontinuierlich zu den Nominierten und sind insbesondere beim Publikumspreis immer wieder erfolgreich.

Ob “BrainFed” hier anschließen kann? Das Newsmagazin des YouTubers DarkViktory ist in der Kategorie Wissen und Bildung nominiert – neben acht weiteren Nominierten. Das “Hirnfutter” ist derzeit wohl das einzige animierte und gleichzeitig redaktionell betreute News-Format in der deutschsprachigen YouTuber-Szene. Produziert wird es vom Mesh Collective der UFA, beauftragt und finanziert von der Bundeszentrale für politische Bildung. “Wer ist hier auf wen zugegangen?”, will Moderatorin Baetz wissen. “Die Bundeszentrale auf uns”, so Franziska von Kempis vom MESH Collective, wobei es dann ganz leicht war, einen interessierten YouTuber zu finden: “Das war überhaupt kein Problem, DarkVictory hatte sofort 12.000 Ideen”, so von Kempis.

Zu den weiteren Nominierungen in dieser Kategorie gehört auch “Falcianis Swissleaks”, eine ARTE-Webreportage. Im Herbst 2008 raubte der Bankangestellte Hervé Falciani die HSBC Private Bank in Genf aus. Was er raubte, war aber kein Geld. Er stahl die Daten der Kunden. Die Macher versprechen: “Ein interaktiver Finanzkrimi zum Tod des Bankgeheimnisses.” So spannend wie ein Krimi ist auch die “Jagd aufs Matterhorn” der Schweizer NZZ: Die Webreportage beschreibt in einem packenden Text die Erstbesteigung des Matterhorns, die vor 150 Jahren mit dem Tod mehrerer Expeditionsteilnehmer endete. Mit Hilfe von 3-D-Animationen gelingt auch optisch ein ganz eigener Zugang, der weiter in die Zukunft weist. Das gilt auch für “Klangökologie: Die Symphonien der Natur” von der FAZ. Spezielle Audio-Visualisierungen und eine interaktive Karte verknüpft mit einem informativen Text bringen uns hier Lebensräumen rund um den Globus näher. 

Zu den weiteren Nominierten in dieser Kategorie gehört das “Nollendorfblog – Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber”. Hier sagt der Name eigentlich schon alles: Wenn in Politik, Medien oder Gesellschaft homophobe Kommentare oder unterschwellige Hetze gegen Schwule auftauchen, schreibt Johannes Kram darüber und das seit sieben Jahren. “Es gibt mehr Grenzüberschreitungen und eine neue Rechte Bewegung, die für viel Verunsicherung sorgt”, so Kram, “Viele denken, ich schreibe über ein Luxusproblem, aber das stimmt nicht. Dabei sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen, die sich verbal äußern: Darunter sind auch viele Bürgerliche!” Mit einer sehr speziellen Zielgruppe setzt sich auch das Forschungsprojekt “TOUCHDOWN 21” auseinander, Menschen mit Down-Syndrom kommen selbst zu Wort: “Es ist partitizipativ”, so die Projektleiterin Katja de Bragança. “Und der ungewöhnliche Name?”, will Moderatorin Baetz wissen. “Das Down-Syndrom hat seinen Namen von einem Forscher namens Down”, was ihm sofort einen negativen Beigeschmack gebe, so de Bragança. Wenn das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden sind, spreche man auch von Trisomie 21. Zusammen genommen, ergibt das den ungewöhnlichen Namen: “Wir wollten auf etwas Positives verweisen, so sind wir am Ende auf ‘TOUCHDOWN 21′ gekommen”, erklärt de Bragança.

Um Historisches geht es bei “Opas Krieg” und “Staatsbürgerkunde – Vom Leben in der DDR”. Mal steht die fernere, mal die nähere Geschichte im Vordergrund, aber in beiden Fällen geschieht das sehr persönlich. Christian Mack, selbst Historiker, erzählt in “Opas Krieg” vom Ersten Weltkrieg. “Ich hatte einfach Bock”, so Mack zu seiner Motivation, was im ehrwürdigen Senatssaal der Universität gleich für gute Stimmung sorgt und die ehemaligen Kanzler an der Wand etwas weniger streng dreinblicken lässt. Mack veröffentlicht die Feldpostkarten seines Großvaters, der als Infanterist an der französischen Front kämpfte. “Sie waren immer da, lagen in der Schublade bei der Oma”, so Mack über sein Material, “dass das Ganze jetzt im Web passiert, ist eher zufällig.” Und warum der Erste Weltkrieg? “Er hat das Problem, dass er vom Zweiten Weltkrieg überlagert wird, dem wollte ich entgegenwirken”, so Mack. Deutlich kürzer ist der zeitliche Abstand zur Wiedervereinigung, die Erinnerung an die DDR verblasst aber trotzdem. Nicht so bei Martin Fischer: Er erzählt in seinem Podcast “Staatsbürgerkunde” gemeinsam mit Gästen vom Leben in der DDR. Propaganda, Gesundheitssystem, Sprache, Geld – der frühere Alltag wird lebendig in diesem Podcast.

KULTUR UND UNTERHALTUNG

In der Kategorie Kultur und Unterhaltung sind sechs Angebote nominiert. Der Twitterkanal “@schafzwitschern” des Wanderschäfers Sven de Vries erzählt vom stets naturnahen Leben mit rund 1.000 Schafen und den beiden Hütehunden Bebi und Pitu. Persönlich war dieser nicht Köln, die Schafe mussten auf die Alm. “Aber er hat sich schon einen neuen Hut für die Preisverleihung gekauft”, weiß Lisakowski zu berichten, wieder Gelächter im Saal.

Weniger um Natur- denn um Kunstvermittlung dreht es sich bei der App “Imagoras” des Städel Museums, die vor allem Kinder begeistern dürfte. Auf spielerische Weise lernen sie mit Hilfe von “Imagoras”, Kunstwerke genauer zu betrachten und ihre Vorstellungskraft einzusetzen. Axel Braun vom Städel Museum präzisiert: “Als Zielgruppe dachten wir eigentlich an Eltern, die etwas für ihre Kinder tun wollen”. Aber natürlich finden sich in dieser Kategorie auch noch weitere Angebote, die vor allem die Zielgruppe Erwachsene im Blick haben. Im weitesten Sinne um Kunstvermittlung geht es auch bei “DADA-DATA”, eine gemeinsame Produktion von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) und ARTE. Es ist ein Depot zum 100jährigen Jubiläum der künstlerischen und literarischen Bewegung Dadaismus, das Werke, Zitate und Fotos bereit hält. Leider teile es mit anderen ARTE Produktionen ein gemeinsames Schicksal: “Die tollen Sachen von ARTE im Web sind wirklich schwer zu finden”, beklagt sich Moderatorin Baetz, “ich komme immer nur aufgrund meiner Arbeit in der Nominierungskommission drauf.”. Anita Hugi von ARTE beruhigt: “Es steht eine neue Online-Strategie an, so dass die Produktionen leichter auffindbar werden. Zudem werden neue Partnerschaften geschlossen, zukünftig mehr auf Social Media gesetzt.” Mindestens ebenso spielerisch und fantasievoll wie bei “DADA-DATA” geht es beim Podcast “Puerto Patida” zu, einer Mischung aus Spielshow und Live-Action-Role-Playing. Auch hier will Baetz wissen: “Warum Podcast?” Johannes Wolf: “Ganz einfach: Es ist Radio zum Mitnehmen, kann unterwegs abgerufen werden und ist zeitlich nicht so beschränkt.”

Weniger Spielerisch, aber durchaus auch witzig ist der teils femininistische Blick aufs Leben im “makellosmag – die blog (fem.)”, während sich die Webreportage “Trappeto-Solingen-Trappeto … und zurück” vom Deutschlandradio Kultur mit den sizilianischen Zuwanderern in Solingen auseinandersetzt – beide ebenfalls in der Kategorie Kultur und Unterhaltung nominiert.

SPEZIAL

Barbara will anonym bleiben! Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Barbara will anonym bleiben! Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Die Wundertüte des Grimme Online Award ist die Kategorie Spezial. Nominiert ist hier “Barbara.”, eine Künstlerin, die mit ihren witzigen und kritischen Klebeschildern überall Spuren hinterlässt, diese auf Facebook dokumentiert  – und doch anonym bleiben will. Ihrem Ansatz folgend blieb ihr Stuhl leer, allerdings hatte “Barbara.” ihren Platz mit eigens geschickten Schildern reserviert. Ebenfalls nominiert in dieser Kategorie ist der Moderator und Satiriker Jan Böhmermann für seine “persönliche Leistung” im Netz. Auch er blieb der Bekanntgabe fern – aus Gründen. In aufklärerischer Absicht thematisiert “Do Not Track“ unsere Spuren im Netz. Es ist eine interaktive Web-Serie über das Geschäft mit unseren Daten, an dem ebenfalls ARTE beteiligt ist. Die angereisten Teammitglieder von ARTE und dem beteiligten Bayerischen Rundfunk können sich nicht nur über die Nominierung freuen: Mit 1.3 Mio. Besuchern und 6.7 Mio. Pageviews erreichen sie Reichweiten wie im Fernsehen. Ganz so viele sind es bei der “Hoaxmap” noch nicht, muss Karolin Schwarz einräumen. Sie bietet eine Landkarte der Gerüchte, vor allem über Flüchtlinge, sowie deren Aufklärung. Es ist ein Angebot, das auf ein sehr diveres Publikum trifft, dabei sah sie sich auch schon bedroht: “Ein sächsisches Dilemma”, so Schwarz.

Gleich das ganze Interaktiv-Team der Berliner Morgenpost hat es für seine vielfältigen Angebote unter die Nominierten in der Kategorie Spezial geschafft. Julius Tröger, “Godfather of Innovation” bei der Berliner Morgenpost, so Moderatorin Baetz: “Vielleicht ist es einfach die enge Zusammenarbeit mit den Technikern, das Begegnen auf Augenhöhe”, so Tröger über seinen Ansatz.

Und wie geht es weiter? Aus den insgesamt 28 Nominierungen zum Grimme Online Award wird die Jury nun bis zu acht Preisträger ermitteln. Auch das Publikum kann über einen Preis entscheiden: Bis einschließlich 16. Juni 2016 kann jeder Internetnutzer auf der Website von TV Spielfilm für den Publikumspreis abstimmen und an der Verlosung zweier hochwertiger Samsung-Tablets teilnehmen.

Disclaimer: Es gibt kein Grünkohl-Essen in der Bremer Bürgerschaft. Hier kennt man allerdings das Schaffermahl, welches allerdings traditionell im Bremer Rathaus stattfindet. Olli Schulz und Jan Böhmermann laden ihre Fans schon mal zum Grünkohl-Essen ein, aber das findet dann weder in Bremen, noch im alten Senatssaal der Universität zu Köln statt, wie kontinuierliche Hörer von “Sanft & Sorgfältig” wissen.

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