Vera Lisakowski

Okt 272017
 
Grußwort per Videobotschaft von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Grimme-Institut/Anne Kerubo Samba

Grußwort per Videobotschaft von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Grimme-Institut/Anne Kerubo Samba

“Wir haben bei der Bundestagswahl soziale Medien erlebt, in einer Weise, wie vielleicht noch nie zuvor. Sie haben Informationen vermittelt, aber sie sind auch genutzt worden von Populisten für Ressentiments, für Fake News, für Hass”, sagte Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Videogrußwort zur Eröffnung des Social Community Day. “Dabei”, so fuhr er fort, “bieten diese Medien eigentlich hervorragende Möglichkeiten für die demokratische Kultur.” Um eine ganze Reihe dieser Möglichkeiten kennenzulernen, sind am 18. Oktober rund 150 Teilnehmer auf Einladung des Grimme-Instituts ins Kölner KOMED gekommen.

“Wir machen es uns zu leicht, wenn wir die Verantwortung für unsere Demokratie, für den Zustand unserer Gesellschaft ausschließlich der Politik oder staatlichen Instanzen zuschreiben”, so die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, in ihrer Begrüßung. “Wir müssen uns informieren und dort einmischen, wo es geht. Unsere Gäste werden uns heute hervorragende Beispiele dafür vorstellen, wie wir dies tun können.” Continue reading »

Okt 122017
 
Grafik zum Social Community Day 2017. Georg Jorczyk / Grimme-Institut; pixome u. Mr_Vector / Fotolia.com

Grafik zum Social Community Day 2017. Georg Jorczyk / Grimme-Institut; pixome u. Mr_Vector / Fotolia.com

Es wird verhandelt – meistens in Talkshows. Dafür gesorgt, dass keine Seite das Gesicht verliert und doch Kompromisse möglich sind. Und es werden jede Menge Strippen gezogen. Man sondiert bevor die eigentlichen Koalitionsverhandlungen beginnen – und die werden schwierig, denn es müssen Positionen zusammengebracht werden, die eigentlich nicht zusammenzubringen sind. Das Ergebnis der Bundestagswahl kann nicht so richtig zufrieden machen.

Dabei haben wir uns doch alle so bemüht: in sozialen Netzwerken zur Wahl aufgerufen, versucht, den Hatern den Wind aus den Segeln zu nehmen und mit den AfD-Sympathisanten diskutiert. Doch in wie weit können Online-Aktivitäten die Meinungsbildung beeinflussen? Wie kann mithilfe sozialer Medien Wissen als Grundlage für demokratisches Handeln vermittelt werden? Welche Ideen und Methoden verstärken soziale Teilhabe? Welche Perspektiven entwickelt unsere digitale Gesellschaft? Continue reading »

Mrz 292017
 
"The Zuckerberg House", 2016 - Modell des Hauses von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg unter einer Glasglocke von Tactical Technology Collective zusammen mit La Loma. Rechte bei den Künstlern; Foto: laloma.info

“The Zuckerberg House”, 2016 von Tactical Technology Collective und La Loma. Rechte bei den Künstlern; Foto: laloma.info

Wie wohnt wohl Mark Zuckerberg? Der Mann, der uns alle verführt, Privates auf Facebook preiszugeben, schottet sich selbst ab. Hat sogar um sein eigenes Haus herum vier Grundstücke gekauft, um kontrollieren zu können, wer dort einzieht. In der Ausstellung “No Secrets!” der Münchner Eres Stiftung wohnt Zuckerberg unter einer Käseglocke. Die Installation mit dem Modell seines Hauses von der Künstler- und Aktivistengruppe TCC ist umgeben von einigen Bildschirmen, die an Beispielen erläutern, wie und wo jeder Einzelne beobachtet wird und was aus den gesammelten Daten geschlossen werden kann.

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Nov 022016
 
Szene von der "Next Level" 2015, Foto: NRWKS / Robin Junicke

Szene von der “Next Level” 2015, Foto: NRWKS / Robin Junicke

Morgen startet das “Next Level Festival for Games” im Düsseldorfer NRW-Forum. Am Samstag bietet das Grimme-Institut in Kooperation mit dem Spieleratgeber NRW einen Veranstaltungsstrang an, der sich mit der kulturellen Bedeutung digitaler Spiele beschäftigt, bei dem Uwe Lothar Müller von ARTE über seine Erfahrungen mit dem Newsgame “Refugees – 4 Monate, 4 Camps” berichtet und der die Bildungspotenziale kommerzieller Spiele auslotet.

Für die Preispublikation zum Grimme Online Award 2016, die sich inhaltlich mit dem Thema “Games” befasste, haben wir mit Dr. Christian Esch vom NRW KULTURsekretariat, dem Veranstalter der “Next Level” auch über die kulturelle Bedeutung von Computerspielen gesprochen.

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Nov 012016
 
Eine Jurte weist schon vor der Bonner Bundeskunsthalle auf die Ausstellung "Touchdown" hin. (Wer's nicht kapiert: Jurte - Mongolei - Mongolismus, eine früher gängige Bezeichnung für das Down-Syndrom.) Foto: Vera Lisakowski

Eine Jurte weist schon vor der Bonner Bundeskunsthalle auf die Ausstellung “Touchdown” hin. (Wer’s nicht kapiert: Jurte – Mongolei – Mongolismus, eine früher gängige Bezeichnung für das Down-Syndrom.) Foto: Vera Lisakowski

“Ich habe eine Regel: Ich bin mit niemandem auf Facebook befreundet, mit dem ich nicht mindestens einen Kaffee getrunken habe”, erzählt die Humanbiologin Katja de Bragança. Aber was hat das mit der Ausstellung “Touchdown” zu tun, die in der Bundeskunsthalle Bonn noch bis zum 12. März 2017 läuft? Henriette Pleiger, die als Ausstellungsleiterin an der Bundeskunsthalle arbeitet, war eine Facebook-Bekanntschaft. Und so trafen sich die beiden auf einen Kaffee. Man kam ins Erzählen, unter anderem über das Forschungsprojekt “Touchdown21” zum Down-Syndrom, das Katja de Bragança leitet. Ein spannendes Projekt, zu dem es auch eine Ausstellung geben sollte, fand Henriette Pleiger. Und dann? “Wir haben uns Mühe gegeben, so schnell zu forschen, wie die Ausstellung in Schwung kam”, bekennt Katja de Bragança.

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Okt 122016
 
Die Macher von "Straßengezwitscher" mit Preispatin Anja Reschke (l.) bei der Preisverleihung zum Grimme Online Award 2016. Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Die Macher von “Straßengezwitscher” mit Preispatin Anja Reschke (l.) bei der Preisverleihung zum Grimme Online Award 2016. Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

“Es kann nicht sein, dass man in einer Gesellschaft, in der wir leben, die Menschenwürde mit Füßen treten kann und niemand schaut hin”, begründete Johannes Filous vom Twitter-Account “Straßengezwitscher” bei der Preisverleihung zum Grimme Online Award 2016 sein Engagement gegen Rechts. “Straßengezwitscher” berichtet seit mehr als einem Jahr von rechten Demonstrationen und ausländerfeindlichen Aktivitäten in Dresden, Chemnitz und Leipzig. Für diese sachliche und kontinuierliche Vor-Ort-Berichterstattung, die auch Journalisten als Quelle dient, erhielten die Initiatoren Johannes Filous und Alexej Hock dieses Jahr einen Grimme Online Award in der Kategorie Information. Die beiden sind zu Gast beim Social Community Day am 26. Oktober im Kölner KOMED, wo sie in der Diskussionsrunde “Soziales Engagement mit sozialen Medien” berichten werden, wie sie arbeiten und wie die Reaktionen auf diese Tätigkeit sind. Die von Daniel Fiene moderierte Tages-Veranstaltung mit zwei Panels und vier Workshops ist öffentlich und kostenlos – anmelden kann man sich hier.

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Aug 102016
 

Ein Gastbeitrag von Benjamin Rostalski

Screenshot aus "Grand Theft Auto V"

Screenshot aus “Grand Theft Auto V”

Moderne Blockbuster-Spiele wie “Grand Theft Auto V” finden ein globales Millionenpublikum über kulturelle Barrieren hinweg, erlangen Deutungshoheit über darin verhandelte Themen, prägen Wertorientierungen und bieten Stoff für Diskussionen. Vieles spricht dafür: Digitale Spiele sind das Leitmedium des 21. Jahrhunderts.

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Aug 042016
 

"Trivial Pursuit" SpielbrettSpiele und der Grimme Online Award? Geht das zusammen? Und wenn ja: wie? Diese Frage stellen sich das Preisteam und die Nominierungskommission jedes Jahr aufs Neue. Spielerische Elemente waren schon von Anfang an Teil der nominierten und prämierten Angebote. Allerdings meist der für Kinder. Aber auch Angebote für Erwachsene können mit Spieleelementen bereichert werden – nur: was sind eigentlich Spieleelemente? Wo beginnt das Game in den unendlichen Weiten des Internets?

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Mrz 242016
 

Oldtimer vor Gebäude mit Säulen. Foto: Vera LisakowskiBarack Obama ist wieder weg aus Kuba – und jetzt soll vieles besser werden. Unter anderem die Sache mit dem Internet. Das steht bislang nämlich nur wenigen Kubanern zur Verfügung. Nur einer der vielen Staaten weltweit, in dem der Zugang zum Internet für die Bevölkerung eingeschränkt ist. Wir haben uns in zweien umgesehen: Im Iran und auf Kuba.

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