Okt 052015
 
Lisa Heinrici, Daniel Christensen, Ines Krug, Jan Pröhl in der Uraufführungsinszenierung "Ich habe nichts zu verbergen - Mein Leben mit Big Data" (UA) von Hermann Schmidt-Rahmer; Regie: Hermann Schmidt-Rahmer

V.l.n.r.: Lisa Heinrici, Daniel Christensen, Ines Krug, Jan Pröhl in der Uraufführungsinszenierung “Ich habe nichts zu verbergen – Mein Leben mit Big Data” (UA) von Hermann Schmidt-Rahmer.

Beklagte Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach mit Blick auf die diesjährigen Einreichungen für den Grimme Online Award noch: „Es fehlen die herausragenden Angebote zu aktuellen Themen wie beispielsweise der Überwachung.” So muss man fest stellen: Auf der Theaterbühne ist (Big Data und) die Überwachung als Thema angekommen – mal mehr, mal weniger herausragend umgesetzt: Vor kurzem durften wir noch das transmediale Event „Supernerds“ auf diversen Kanälen – auf der Bühne des Kölner Schauspiels, im Radio und TV sowie in diesem Internet (per Social Media #supernerds) – erleben, was dramaturgisch als eine mal mehr, mal weniger lahme Veranstaltung gewertet wurde und sich vielfach in eher effekthascherischen, technischen Spielereien erging und am Ende auf ein eher zähes Theatervergnügen hinaus lief. Nicht so das neues Projekt von Hermann Schmidt-Rahmer, das seit dem 3. Oktober im Essener Grillo-Theater läuft: „Ich habe nichts zu verbergen – Mein Leben mit Big Data“. Continue reading »

Sep 282015
 
Die Arbeit "Internet Cache" von Evan Roth. Foto: Vera Lisakowski

Die Arbeit “Internet Cache” von Evan Roth. Foto: Vera Lisakowski

Museen sind im Internet. Das ist ganz normal. Einige bieten sogar deutlich mehr, als den Standard-Auftritt, wie das Frankfurter Städel Museum, das für sein “Digitorial” zur Ausstellung “Monet und die Geburt des Impressionismus” in diesem Jahr den Grimme Online Award erhalten hat, das aber auch seine Sammlung im Internet veröffentlicht. Und umgekehrt? Das Internet ist im Museum angekommen, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist gerade die Schau “When we share more than ever” zu Ende gegangen, im Dortmunder U ist “Digitale Folklore” verlängert bis 1.11. 2015.

Aktuell widmet sich das Düsseldorfer NRW-Forum mit der Ausstellung “Ego Update” einem ganz besonderen Aspekt des Internets: dem Selfie.

Continue reading »

Aug 172015
 
Gigantische Autogrammstunde: der Community-Day am 7.8. Bild: Gerstmann.

Gigantische Autogrammstunde: der Community-Day am 7.8. Bild: Gerstmann.

Zehn Jahre wird YouTube in diesem Jahr alt und die VideoDays, das größte YouTuber-Treffen Europas (Selbstbeschreibung), auch schon sechs. Gestartet als Rahmenprogramm der Computerspielemesse Gamescom mit 400 Teilnehmern, ist der Event mittlerweile in einer der größten Locations in Köln angekommen; in der Lanxess Arena. Die Vorjahresausgabe war hier ja bereits Thema.

Bemerkenswert war die Entwicklung hin zu einem Branchenevent – hinter den Kulissen –, zu dem sich die Branchengrößen ein abwechslungsreiches Stelldichein gaben, und einem massentauglichem Fantreffen „davor“. Das hat sich geändert, muss man in diesem Jahr feststellen, während der Massenzuspruch ungebremst scheint: Über 15.000 vorwiegend junge Menschen strömten am 7. und 8. August wieder nach Köln, um sich von gut und gerne 300 YouTubern (am 7.8.) Autogramme geben oder (am 8.8.) entertainen zu lassen.

Deutlicher denn je: Webvideo ist längst keine Nische mehr, selbst wenn die Mehrheit der YouTuber für die allermeisten (Erwachsenen) gänzlich unbekannt ist. Dabei will die „YouTube Global Audience Study“ herausgefunden haben, dass weltweit lediglich 15 % der Nutzer unter 18 Jahren alt sind, 37 % zwischen 18-34 Jahren ist und mehr als die Hälfte bereits 35 Jahre und älter. Nichtsdestotrotz ist Webvideo vielleicht das Jugendmedium zurzeit, für manche auch das „Leitmedium“ junger Menschen, wie die YOU-Studie meint. Das war in Köln zu spüren: „Kreischende Teenager am Rande des Nervenzusammenbruchs“ dominierten vielfach die Szenerie in der Lanxess Arena. Alles wie immer also? Continue reading »

Jul 312014
 

Gastbeitrag von Lars Gräßer

DSC_0009“Neben dem Storytelling sind Video-Formate als Megatrend im Auswahlverfahren deutlich spürbar”, schreibt die Jury des Grimme Online Award 2014 in ihrem Statement. Diesem “Megatrend” geht aktuell eine (Medienkunst-)Ausstellung im Dortmunder U auf die Spur, fokussiert auf den Bereich der Erkärvideos: “Jetzt helfe ich mir selbst” – Die 100 besten Video-Tutorials aus dem Netz. Es geht um Anleitungen zum Selbermachen, ums Do-It-Yourself (DIY), das darüber reden und kommentieren, alles bei laufender Kamera. Die Ausstellung basiert auf einer Idee von Dr. Inke Arns (künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein e.V.). Die Auswahl der Videos entstand in Kooperation mit einem Seminar der Fakultät für Kulturreflexion der Universität Witten/Herdecke (Leitung: Jun.-Prof. Dr. Christian Grüny und Frederik Bury).

Dortmund scheint ein guter Ort für das Selbermachen zu sein: Ende April letzten Jahres schloss erst die Ausstellung “Die Mitmach Revolution” nach acht Monaten in der Dortmunder DASA. Sie thematisierte die “selbstmotivierten Praktiken der Medienamateure, Heimwerker, Tüftler und Dilettanten” und zeigte die Entwicklung der Amateurkulturen vom 19. Jahrhundert bis hin zur Web-2.0-Nutzung der Gegenwart. Continue reading »

Mai 232013
 
Bekanntgabe der Nominierten zum Grimme Online Award 2013 am 2. Mai Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Bekanntgabe der Nominierten zum Grimme Online Award 2013 am 2. Mai Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

“Was sich hier versammelt hat, ist so etwas wie der BVB der Medienlandschaft, sehr jung, sehr beweglich und hoch motiviert”, lobt der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, die 28 Nominierten zum Grimme Online Award 2013, die fast vollzählig zur Bekanntgabe der Nominierungen am 2. Mai nach Düsseldorf in die Landesanstalt für Medien gereist waren.
Die Nominierungskommission habe mit 28 Angeboten diesmal aus dem Vollen geschöpft, sich die Entscheidung angesichts der breit gefächerten Themen und der hohen Qualität dabei aber nicht leicht gemacht. “Hart aber herzlich wurde bis zum Schluss diskutiert, um eine adäquate Wahl zu treffen, wobei die Entscheidungen letztlich sehr knapp ausfielen” versichert die Moderatorin der Veranstaltung, Brigitte Baetz. Die Medienjournalistin war selbst Mitglied der Nominierungskommission und erzählt, dass der Abschied von einigen “Lieblingen” zwar schmerzhaft, aber unabdingbar gewesen sei.

Nach einer Präsentation der Nominierungen geben die Nominierten selbst Einblick in ihre Arbeit. Continue reading »

Mrz 252013
 
Jürgen Büssow, Vorsitzender der Freunde des Adolf-Grimme-Preises (Foto: Ulrich Spies)

Jürgen Büssow, Vorsitzender der Freunde des Adolf-Grimme-Preises (Foto: Ulrich Spies)

Mit dem Ruf nach einer Verfassungsklage beginnt am 19. März die Veranstaltung zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, dem unterstützenden Verein des Fernsehpreises des Grimme-Instituts. “Ich habe das von meinen Gebühren gezahlt”, beschwert sich Jürgen Büssow, der Vorsitzende des Freundeskreises, warum also sollten die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Sendungsbeiträge nur sieben Tage ins Netz stellen dürfen? Damit umreißt er knapp das Thema des Workshops, der mit “Wie sehen die künftigen Rahmenbedingungen für die Sicherung von Qualitätsfilm und Leitmedien aus?” überschrieben ist. Er soll eine Standortbestimmung des Fernsehens gegenüber den digitalen Medien geben und ist prominent besetzt, unter anderem mit SWR-Intendant Peter Boudgoust, Kay Oberbeck, dem Kommunikationschef von Google Deutschland, Helmut Thoma, dem ehemaligen Geschäftsführer von RTL, NRW-Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann und dem Netzjournalisten und Fernsehmoderator Jörg Schieb. Continue reading »

Jan 062012
 

Kann ein Tweet genauso gut sein, wie eine Website? Wie webspezifisch sind Videos im Internet? Wie kann man ihre Qualität beurteilen? Sind Apps wirklich Online-Angebote? Und wie viele davon sind publizistisch relevant? Können Nutzer über Soziale Netzwerke publizistische Inhalte transportieren? Und was, wenn die publizistische Leistung nicht von einer Person, sondern von einem Algorithmus erbracht wird?

workshop_1

Bild 1 von 4

Workshopteilnehmer: Jörg Sadrozinski, Konrad Scherfer, Mario Sixtus, Gabriel Gonzales Zorilla

Continue reading »

Nov 182011
 

Ein Gastbeitrag von Christina Quast, Grimme-Institut

Atomkraftwerke müssen weg. Gefällt mir! Die Piratenpartei ist jetzt bei Google+. +1! Adrienne Fichter von politnetz.ch hat bei der Veranstaltung “Mehr E-Demokratie wagen” von einer eigenen Untersuchung über die politische Nutzung von Facebook berichtet: Hier werden zwar Meinungen, zum Teil sogar extreme, vertreten, doch finden sich in Gruppen oder auf Seiten eigentlich nur Gleichgesinnte zusammen, kontrovers diskutiert wird hier nicht.

Überhaupt ist fraglich, ob der partizipative Charakter von Social Communities auch zu mehr politischem Engagement führt – “Gefällt mir” klicken ist einfach, für eine Demonstration auf die Straße zu gehen erfordert deutlich mehr Aufwand. Auf der anderen Seite kann der Zusammenschluss vieler Menschen über das Vehikel der Sozialen Medien auch in einer Weise zur öffentlichen Meinungsbildung führen, die es vorher so nicht gegeben hat: Das GuttenPlag Wiki etwa hat vermutlich eine recht große Rolle bei der Auseinandersetzung um die Legitimität von Doktortiteln gespielt. Der politischen Teilhabe als Nutzungsmotiv für Social Communities spürt auch eine Podiumsdiskussion beim Social Community Day am 28. November in Köln nach. Er widmet sich außerdem dem Thema Selbstpräsentation.

Continue reading »

Nov 172011
 

Daniel Fiene von “Was mit Medien” war am 16. November in Düsseldorf vor Ort und hat die Diskussionsrunden “Politische Mitbestimmung – top down oder bottom up?” und “Demokratische Öffentlichkeit im Netz – mit oder ohne Journalisten” sowie das Abschluss-Statement zusammengefasst und als Audio mitgeschnitten.

Torsten Kleinz war ebenfalls bei der Veranstaltung und hat für “heise online” eine Zusammenfassung geschrieben.

Auch “2010LAB.tv” berichtet unter dem Titel “Stichwort E-Demokratie – Die Fachkonferenz ‘Mehr E-Demokratie wagen’ im NRW-Forum” über die Veranstaltung

Nov 162011
 

Die Veranstalter des Fachtags können sich freuen. “Mehr E-Demokratie wagen”, das sah man hier im Saal. Fast alle hatten irgendein mobiles Kommunikationsgerät dabei. Es wurde fotografiert, per Notebook, Tablet oder Smartphone untereinander kommuniziert. Für die Referenten war das manchmal irritierend – alles schweigt und tippt –  ein Glück, dass nicht auch noch im Hintergrund die Twitterwall zum Hashtag #edemok eingeblendet wurde. Aber in meinem Abschluss-Statement soll sie nicht fehlen.

Continue reading »