Mrz 012017
 

“Ich könnt noch tausend Liter tanken, bin noch immer nicht am Ziel …”, tönt es aus dem Radio und zu diesen Zeilen steigt Tankstellen-Träumer Friedrich Liechtenstein zu uns in den goldenen Benz. Wir machen es uns in den Ledersitzen bequem. Eskortiert von zwei Motorradrockern beginnt nun ein kleiner Road-Trip durch Berlin, den wir dank Virtual-Reality-Brille fast wie in echt erleben. Unterwegs schauen wir nach rechts und links und sehen tanzende Einhörner oder Passanten, die sich plötzlich zu einem Chor formatieren und mitsingen, zwischendurch regnet es goldenes Konfetti.

Screenshot 360°-Video "1.000 Liter" von Friedrich Liechtenstein

Friedrich Liechtenstein nimmt uns mit auf einen kleinen Road-Trip durch Berlin / Screenshot 360°-Musikvideo “1.000 Liter”

Mit seiner zehnteiligen Doku-Reihe “Tankstellen des Glücks“, die auf Arte zu sehen war, ist Liechtenstein in diesem Jahr für den Grimme-Preis nominiert. Angereichert wird die TV-Produktion von dem 360°-Musikvideo zum Titellied “1.000 Liter“ und findet so auch seinen Weg ins Internet. Dort ist es über die Arte360-App und auf Arte Creative abrufbar.

Derartige Spielereien mögen wir vom Grimme Online Award natürlich sehr, wollen wir doch einmal schauen, welche Nominierten des 53. Grimme-Preises noch mit spannenden Angeboten zu ihren Werken im Internet vertreten sind.

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Mai 082016
 
Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Hanseatisch gediegen ging es zu bei der Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen für den Grimme Online Award und erinnerte Brigitte Baetz, Moderatorin und Mitglied der Nominierungskommission sogleich an “Grünkohlessen in der Bremer Bürgerschaft”. Dabei fand sie im altehrwürdigen Senatssaal der Universität zu Köln statt, quasi dort, wo die Kölner Uni ganz bei sich ist – hohe Stuhllehnen, an den Wänden Portraits der ehemaligen Uni-Kanzler in Öl, die streng auf das Treiben vor sich blicken, ganz so, als ob sie fragten: “Ob sich dieses Internet durchsetzen wird?” Nun es hat sich durchgesetzt und mit ihm die 28 nominierten Angebote – gefiltert aus insgesamt 1.200 Einreichungen in diesem Jahr. Und fast alle Nominierten waren angereist. Manche sind auch nicht gekommen, einige blieben abwesend und waren doch präsent, aber davon später mehr.

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Jan 262016
 

Die Nominierungen für den diesjährigen Grimme-Preis wurden bekannt gegeben!
Erstmalig konnten auch reine Online-Produktionen zum Grimme-Preis eingereicht werden, bisher wurde diese Möglichkeit allerdings wenig wahrgenommen. Bemerkenswert ist aber die Entwicklung, dass Sender Serien immer häufiger komplett online in der Mediathek zur Verfügung stellen, bevor diese im Fernsehen ausgestrahlt werden, so zum Beispiel der Fall bei der satirischen Sitcom Lerchenberg, nominiert in der Kategorie Fiktion. In anderen Fällen dient das Internet als Mittler: so hat Dokumentarfilmer Hubertus Koch seine 90-minütige Dokumentation “Syrien – ein schwarzes Loch” zuerst auf YouTube veröffentlicht, bevor der WDR darauf aufmerksam und daraus ein 30-minütiger Film wurde, der im Fernsehmagazin “Cosmo TV” zu sehen war.
Wie auch in den vorigen Jahren schauen wir uns aber die Fernseh-Nominierten mal genauer an: Welche Grimme-Preis-Nominierten, also welche Fernsehsendungen und -leistungen, sind auch im Internet mit überzeugenden Angeboten zu finden? Continue reading »

Dez 142015
 

VICE_Magazine_CoverMarch_highresVon Bastian Berbner

Seite zehn Jahren in Deutschland: Vice startete in der Nische, setzt auf provokante Aufmachung und ist mit seiner Auslandsberichterstattung längst im Mainstream angekommen.

1994 ist der Kanadier Shane Smith 25 Jahre alt, ein großmäuliger Punk, tätowiert und bärtig, ein Rebell, der noch nicht weiß, dass er zum Revolutionär taugt. Oder, wer weiß, bei seinem Ego, vielleicht weiß er es ganz genau.

Damals gründet er mit zwei Freunden im Rahmen eines Arbeitslosenprojekts das Magazin Voice of Montreal. Ein Punk-Fanzine, jung, wild, ein cooles Produkt für die Nische. Es liegt kostenlos in Galerien, Szenebars, Boutiquen und Plattenläden aus. Es geht darin viel um Sex und Drogen. Was die Jungs eben interessiert. Als sie kurz darauf das „o“ aus dem Namen Voice streichen, scheint das nur folgerichtig. Vice bedeutet auf Englisch „Laster“. Continue reading »

Mrz 262015
 

Ein Gastbeitrag von Steffen Grimberg, Leiter Grimme-Preis

Screenshot "Mr. Dicks" Preisträger beim Grimme-Preis 2015

Screenshot “Mr. Dicks” Preisträger beim Grimme-Preis 2015

Als im September 2014 Netflix seinen deutschen Ableger startete, stand es plötzlich leibhaftig vor der Tür: Das Ende des Fernsehens wie wir es kennen. Das Aus für ein lineares Angebot, wo alle zu einer bestimmten Zeit vor einem bestimmten Gerät sitzen müssen. Ein neues TV-Zeitalter brach an, hieß es unisono in den Medien, mal jubelnd-euphorisch, mal kulturpessimistisch argwöhnend.

Gestimmt hat das natürlich schon damals nicht, war aber beste Werbung für die Netflixer, die das ganze Ballyhoo einigermaßen amüsiert zur Kenntnis nahmen und sich – man kennt das von Google – hübsch bescheiden als bloßer Dienstleister präsentierten. Und betonten, dass da keinesfalls die Absicht bestehe – wie medial unterstellt –, den hiesigen TV-Markt aufzurollen. Nein, das deutsche Fernsehen findet nach wie vor bei ARD und ZDF, RTL und Sat.1, ProSieben und Tele5 usw. usf. statt, vorzugsweise ab acht Uhr abends und vorzugsweise im Sitzen. Auch wenn Netflix bei seiner Präsentation natürlich die Option dabei hatte, sich seine Lieblingsserie auf das ins Cockpit des Hometrainers integrierte Tablet zu streamen. Continue reading »

Jan 302015
 

Der Grimme-Preis 2015 steht in den Startlöchern und die Nominierungen hierzu wurden kürzlich bekanntgegeben. Grund genung für uns einmal zu schauen, wie es denn um die Online-Präsenzen der Nominierten so steht. Zugegeben: letztes Jahr gab es deutlich mehr Preis-Kandidaten, die auch eine interessante Website zu ihren Produktionen darboten. Aber ein paar gibt es doch: Continue reading »

Feb 032014
 

Screenshot TatortNachdem wir uns in den vorherigen Beiträgen den Grimme-Preis-Nominierungen in den Kategorien “Unterhaltung” und “Information und Kultur” gewidmet haben, betrachten wir heute die Kategorie “Fiktion”. Und da präsentiert sich schon jetzt der große Gewinner des 50. Grimme-Preises – beim Preis selbst und in der Online-Sicht.

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Jan 312014
 

Geheimer Krieg Teaser

Gestern haben wir bereits einen Blick darauf geworfen, welche der Nominierungen des diesjährigen Grimme-Preis in der Kategorie “Unterhaltung“ auch im Web unterwegs sind. Heute schauen wir, was die Nominierten in der Kategorie “Information und Kultur“ online anbieten. Hier lassen sich Hintergründe in umfangreichen Portalen erforschen – aber auch in dieser Kategorie geht es sehr unterhaltend zu.

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Jan 302014
 

Screenshot LerchenbergGerade wurden in Düsseldorf die Nominierungen zum 50. Grimme-Preis bekannt gegeben. In den drei Kategorien “Fiktion“, “Information und Kultur“ sowie “Unterhaltung“ gibt es in diesem Jahr 62 Nominierte. Der Grimme Preis ist eine Auszeichnung, die Fernsehsendungen und -leistungen prämiert – logisch. Was hat das mit dem Grimme Online Award zu tun? Einiges! Denn viele der Nominierungen sind mit den unterschiedlichsten Web-Angeboten auch im virtuellen Raum vertreten. Wer das ist und wie deren Webauftritt ausschaut, stellen wir in den nächsten Tagen beispielhaft in den einzelnen Kategorien vor – wir beginnen mit der Unterhaltung.

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