Mai 182016
 
Screenshot: Die Berliner Mauer damals und heute. 

Screenshot: Die Berliner Mauer damals und heute.

Das Interaktiv-Team der Berliner Morgenpost veröffentlicht regelmäßig Anwendungen, Grafiken und Karten sowie Artikel im Storytelling-Format – hauptsächlich über Berlin. Dabei werden spannende Alltagsthemen und soziale Probleme analysiert, indem verfügbare Daten neu zusammengesetzt und visualisiert werden. Für ihre Arbeit ist das Team in der Kategorie Spezial für den Grimme Online Award 2016 nominiert. Der Leiter Julius Tröger erzählt im Interview unter anderem, warum das Interaktiv-Team mit verschiedenen Darstellungsformen experimentiert.

Continue reading »

Mai 132016
 
Der große Plenarsaal in Paris. Nur ein Teil der 10.000 Delegierten aus 195 Staaten hatte hier Platz. Der Gipfel wurde vom französischen Außenminister Laurent Fabius geleitet. Foto: Das Paris-Protokoll

Der große Plenarsaal in Paris. Nur ein Teil der 10.000 Delegierten aus 195 Staaten hatte hier Platz. Der Gipfel wurde vom französischen Außenminister Laurent Fabius geleitet. Foto: Das Paris-Protokoll

Die Welt-Klimakonferenz in Paris markiert ein historisches Ereignis in der Geschichte der Klimapolitik. An der Konferenz, die vom 11. November bis zum 12. Dezember 2015 in Paris stattfand, nahmen Delegierte aus rund 195 Ländern teil – alle mit dem Ziel, ein gemeinsames Abkommen zu erreichen. Leichter gesagt als getan, denn jeder Delegierte kämpft nicht nur für ein gemeinsames Abkommen, sondern auch für die Interessen seines Landes. Das Paris-Protokoll, nominiert für den Grimme Online Award 2016 in der Kategorie Information, wirft einen multimedialen Blick hinter die Kulissen dieses höchst komplexen Ereignisses und trägt somit auf spannende Weise zur Verständlichkeit der Konferenzabläufe bei. Das Team des Projekts begleitete sieben Delegierte und Berater aus verschiedenen Ländern über den gesamten Zeitraum der Konferenz. Es wurde täglich und nahezu live aus der Sicht der Beteiligten berichtet. Im folgenden Interview gewährt Jan M. Schäfer einen Einblick in die Arbeit und den Entstehungsprozess des Projekts.   Continue reading »

Mai 082016
 
Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Hanseatisch gediegen ging es zu bei der Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen für den Grimme Online Award und erinnerte Brigitte Baetz, Moderatorin und Mitglied der Nominierungskommission sogleich an “Grünkohlessen in der Bremer Bürgerschaft”. Dabei fand sie im altehrwürdigen Senatssaal der Universität zu Köln statt, quasi dort, wo die Kölner Uni ganz bei sich ist – hohe Stuhllehnen, an den Wänden Portraits der ehemaligen Uni-Kanzler in Öl, die streng auf das Treiben vor sich blicken, ganz so, als ob sie fragten: “Ob sich dieses Internet durchsetzen wird?” Nun es hat sich durchgesetzt und mit ihm die 28 nominierten Angebote – gefiltert aus insgesamt 1.200 Einreichungen in diesem Jahr. Und fast alle Nominierten waren angereist. Manche sind auch nicht gekommen, einige blieben abwesend und waren doch präsent, aber davon später mehr.

Continue reading »

Dez 142015
 

VICE_Magazine_CoverMarch_highresVon Bastian Berbner

Seite zehn Jahren in Deutschland: Vice startete in der Nische, setzt auf provokante Aufmachung und ist mit seiner Auslandsberichterstattung längst im Mainstream angekommen.

1994 ist der Kanadier Shane Smith 25 Jahre alt, ein großmäuliger Punk, tätowiert und bärtig, ein Rebell, der noch nicht weiß, dass er zum Revolutionär taugt. Oder, wer weiß, bei seinem Ego, vielleicht weiß er es ganz genau.

Damals gründet er mit zwei Freunden im Rahmen eines Arbeitslosenprojekts das Magazin Voice of Montreal. Ein Punk-Fanzine, jung, wild, ein cooles Produkt für die Nische. Es liegt kostenlos in Galerien, Szenebars, Boutiquen und Plattenläden aus. Es geht darin viel um Sex und Drogen. Was die Jungs eben interessiert. Als sie kurz darauf das „o“ aus dem Namen Voice streichen, scheint das nur folgerichtig. Vice bedeutet auf Englisch „Laster“. Continue reading »

Mai 142015
 
Screenshot "Floskelwolke"

Screenshot “Floskelwolke”

Aktuell muss es sein, immer schnell berichten: Tiefe Recherche und sorgfältige Formulierung ist selten geworden im Nachrichtengeschäft. Ein perfekter Nährboden für Floskeln und Phrasen. Diese sammelt die “Floskelwolke”, nominiert in der Kategorie Wissen und Bildung. Im Interview erläutert Udo Stiehl, der zusammen mit Sebastian Pertsch das Projekt gründete, die gegenwärtige Situation in der Nachrichtenwelt und seine Arbeit der täglichen Analyse von Websites nach Phrasen und Floskeln.

Continue reading »

Dez 032014
 

Ein Gastbeitrag von Christoph Neuberger, Susanne Langenohl und Christian Nuernbergk

Die von den Autoren im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) realisierte Studie „Social Media und Journalismus“ hat Potenziale, faktische Bedeutung und neue Herausforderungen verschiedener Social Media Kanäle im Alltag von Online-Redaktionen untersucht. Dabei werden auch neue Merkmale und Ansprüche an die Qualität publizistischer Online-Inhalte sichtbar. Für das Blog quergewebt wurden die Ergebnisse der Studie nun in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Continue reading »

Jun 092013
 

und eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren, dafür setzt sich das Webprojekt “Leidmedien.de” des Berliner Vereins “Sozialhelden e.V.” ein. Es zeigt (nicht nur) Journalisten anhand von Positiv- und Negativbeispielen und Gastbeiträgen, wie über behinderte Menschen in angemessenerer Form berichtet werden kann und sollte. Für Redakteur Andi Weiland ist es längst an der Zeit, nach den richtigen Formulierungen zu suchen…

Continue reading »

Mai 302013
 

Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Japan berichtet die multimediale Webdoku “Keine Zeit für Wut” direkt aus dem Krisengebiet. Der NZZ-Reporter Marcel Gyr und der freie Fotograf Christoph Bangert erzählen, wie sie ins Krisengebiet reisten und warum es ihnen ein Anliegen war, den Menschen hinter der Schlagzeile “Atomunfall” ein Gesicht zu geben:

Continue reading »

Mai 292013
 

…über Politik, Kultur und Alltag, das liefert Philipp Schwörbel mit seinen “Prenzlauer Berg Nachrichten”, einer unabhängigen Zeitung im Netz, für die Bewohner des gleichnamigen Berliner Stadtteils. Mit seinem Angebot, das zunehmend wichtiger in der lokalen Öffentlichkeit wird, hat er es nun unter die Nominierten zum Grimme Online Award 2013 in der Kategorie Information geschafft.

Was war der Anlass für die Konzeption ihres Online-Angebots?

Philipp Schwörbel Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz

Philipp Schwörbel
Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz

Schon lange hegte ich den Wunsch, mich selbstständig zu machen und eine ganze Reihe von Ideen, unter anderem zu lokalen Nachrichtenformaten, schwirrte mir im Kopf herum. Anfang 2010 verfolgte ich dann eine Diskussion bei carta.info über die Zukunft des Journalismus und von Nachrichten- und Medienformaten. Dort wurde gezeigt, wie sich neue hyperlokale Angebote in den USA etablieren und auch in Deutschland auftauchen. Ich fragte mich, ob es so etwas auch bei uns in Berlin gibt, ob das gelesen wird und wie sich das überhaupt finanzieren ließe. Doch statt mehr gibt es hier immer weniger: Die großen Berliner Tageszeitungen haben sich stetig aus der lokalen Berichterstattung zurückgezogen. Diese Lücke wollte ich mit einem Angebot wie den Prenzlauer Berg Nachrichten füllen, nicht nur, weil ich dort selber seit einigen Jahren lebe, sondern, weil ich finde, dass gerade diese Art Öffentlichkeit für einen Stadtteil wichtig ist.

Continue reading »

Mai 252013
 

 Einer, der dafür sorgen will, ist der Journalist Markus Böhm. Mit seinem Angebot kioskforscher ist er in der Kategorie Kultur und Unterhaltung nominiert.

Rechts Stefan Böhm Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Rechts Markus Böhm
Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Was war der Anlass für die Konzeption beziehungsweise Initiierung ihres Online-Angebots?

Zeitschriften waren schon immer mein Hobby. Als Kind fand ich es schon viel spannender, Regale zu durchforsten und bunkerte lieber Zeitschriften unter meinem Bett als Süßigkeiten. Im Internet war ich vorher schon schreibtechnisch aktiv, aber der konkrete Auslöser, ein eigenes Blog über den deutschen Zeitschriftendschungel zu machen, kam erst mit meiner Ausbildung an der Journalistenschule. Das war Anfang 2011, da hörte ich einen Podcast des Medienjournalisten Stefan Niggemeier, der meinte, es gäbe viel zu wenig Journalisten, die selber bloggen. Da dachte ich, jetzt ist es an der Zeit, es einfach mal mit einem Blog zu probieren. Das “Futter” dafür hatte ich ja schon. Continue reading »