Mai 242018
 
Screenshot von "Sommers Weltliteratur to go"

Screenshot von “Sommers Weltliteratur to go”

Statt Literaturklassiker auf die große Leinwand oder Bühne zu bringen, spielt Michael Sommer sie auf seinem Küchentisch nach. Seine Darsteller sind keine Hollywoodstars, sondern die eigenen Playmobilfiguren.

Mit seinem YouTube-Kanal “Sommers Weltliteratur to go” ist der Theatermacher in der Kategorie Kultur und Unterhaltung für den Grimme Online Award 2018 nominiert. Im Interview berichtet er, wie viel Aufwand tatsächlich hinter den kurzen Videos steckt und warum er gerade Playmobil zum Nachspielen ausgewählt hat.

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Feb 212018
 

“Konvergenz” – alle reden immer irgendwie davon, wir arbeiten damit: Beim Grimme-Preis dürfen inzwischen auch Produktionen teilnehmen, die gar nicht im linearen Fernsehen ausgestrahlt werden, sondern im Internet laufen. Klar, dass wir vom Grimme Online Award da auch mal einen Blick drauf werfen. Hier stellen wir ein paar beim Grimme-Preis nominierte Produktionen mit Webbezug vor:

Screenshot "DIY"

Hazel Brugger und Katja Kipping kreieren Freakshakes / Screenshot “DIY”

DIY mit Hazel Brugger
Nominiert in der Kategorie Unterhaltung, ist „DIY“ eine Produktion der heute-show des ZDF, die auf YouTube läuft und bei der die Kabarettistin Hazel Brugger mit Politikern Interviews führt, während sie mit ihnen bastelt. Hazel Brugger stellt den Politikern auf trockene und scheinbar emotionslose Art Fragen, die teilweise zu irritierten Blicken und ungewöhnlichen Antworten bei ihren Interviewpartnern führen. Man hat hier manchmal das Gefühl, dass ihnen in diesen Momenten gar nicht bewusst ist, wie viel sie mit ihren Antworten eigentlich von sich und ihren Überzeugungen preisgeben. Man könnte hier auch von einem Überraschungsakt durch absurde Fragentechnik sprechen. Hazel Brugger ist sich aber auch selbst nicht zu schade, mit ihren Bemerkungen zu polarisieren.
Dass sich die Politiker nebenbei noch mit dem Basteln von veganen Mettigeln, Freakshakes und Musikinstrumenten beschäftigen, ist überaus unterhaltend. Continue reading »

Mai 182017
 
Klaudija Schnödewind und Laura Schwengber von “Die mit den Händen tanzt” bei der Bekanntgabe der Nominierungen zum Grimme Online Award. Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Klaudija Schnödewind und Laura M. Schwengber von “Die mit den Händen tanzt”; Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Wie man mit Leidenschaft für Musik und Gebärdensprache Hörgeschädigten die Teilnahme an einem Konzert ermöglichen kann? Die Antwort dazu: Die mit den Händen tanzt.

In dem Web-Special von hr2 Kultur werden Laura M. Schwengber und ihr Beruf vorgestellt. Als Dolmetscherin für Gebärdensprache hat sie sich darauf spezialisiert, Musik für Hörgeschädigte und Gehörlose zu übersetzen, also wahrnehmbar zu machen. In der auf dem Tool “Pageflow” basierenden Webreportage wird aber auch den Hörenden Gelegenheit gegeben, in die Welt der Gehörlosen hineinzuschnuppern: Der Nutzer kann die von Laura in Gebärdensprache übersetzte Musik erraten und lernt, welche Klischees über Hörbehinderung sicher nicht stimmen.
“Die mit den Händen tanzt” ist in der Kategorie “Wissen und Bildung” für den Grimme Online Award 2017 nominiert. Das Interview mit der Autorin, Klaudija Schnödewind, gibt Aufschluss über Entstehung und Absicht des Projekts.

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Mai 162017
 
Producer Georg Tschurtschenthaler, Autorin Hannah Kappes, Producerin Tanja Schmoller, Medienpädagogin Birgit Marzinka(Agentur für Bildung e.V.), Youtuber Jakob Gentsch. Foto: #uploading_holocaust

Producer Georg Tschurtschenthaler, Autorin Hannah Kappes, Producerin Tanja Schmoller, Medienpädagogin Birgit Marzinka(Agentur für Bildung e.V.), Youtuber Jakob Gentsch. Foto: #uploading_holocaust

Das Online-Projekt “#uploading_holocaust” ist ein Stück digitale Erinnerungskultur, das auf Youtube-Videos junger Israelis basiert. Entstanden sind diese in polnischen Konzentrationslagern; die Orte der Vernichtung. Im Mittelpunkt steht die Frage: “Wie geht Erinnern heute?” Interaktionsmöglichkeiten für deutsche Jugendliche ermöglichen die Auseinandersetzung mit den bundesdeutschen Verhältnissen und Stimmungslagen – von Jugendlichen für Jugendliche, also auf Augenhöhe.

Das Projekt “#uploading_holocaust” ist in der Kategorie “Wissen und Bildung” für den Grimme Online Award 2017 nominiert. Die Autorin des Projekts, Hannah Kappes, die als Redakteurin und Junior Producerin bei gebrueder beetz filmproduktion arbeitet, spricht im Interview über die Motivation, das Projekt ins Leben zu rufen, und die damit verbundenen Ziele sowie über die bisherige Resonanz der Rezipienten.

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Mai 092017
 
Die Köpfe hinter dem Youtube Channel "Datteltäter"

Die Köpfe hinter dem Youtube Channel “Datteltäter”. Foto: Datteltäter/Bojan Novic

Muslime, die über sich selbst lachen? Das gibt’s nicht! So lautet zumindest ein gängiges Vorurteil. Wer daran noch glaubt, sollte sich den Youtube-Kanal des Datteltäter-Teams ansehen. Seit Juli 2015 ist dieser online und bietet eine Plattform für Verständnis, Offenheit und Humor und versorgt alle Zuschauenden einmal die Woche mit einem neuen Video. Seien es politische, humorvolle Clips von Alltagssituationen oder auch ernste Videos, die die Angst vor dem Unbekannten nehmen wollen, zusammen bilden sie eine Möglichkeit für alle Interessierten, sich der muslimischen Kultur ein Stückchen mehr zu nähern. 2016 erhielt der Kanal den Webvideopreis in der Kategorie “Newcomer” und dieses Jahr ist er für den Grimme Online Award in der Kategorie “Kultur und Unterhaltung” nominiert. Im Interview gibt uns Farah Bouamar Einblicke in das Projekt.

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Mrz 012017
 

“Ich könnt noch tausend Liter tanken, bin noch immer nicht am Ziel …”, tönt es aus dem Radio und zu diesen Zeilen steigt Tankstellen-Träumer Friedrich Liechtenstein zu uns in den goldenen Benz. Wir machen es uns in den Ledersitzen bequem. Eskortiert von zwei Motorradrockern beginnt nun ein kleiner Road-Trip durch Berlin, den wir dank Virtual-Reality-Brille fast wie in echt erleben. Unterwegs schauen wir nach rechts und links und sehen tanzende Einhörner oder Passanten, die sich plötzlich zu einem Chor formatieren und mitsingen, zwischendurch regnet es goldenes Konfetti.

Screenshot 360°-Video "1.000 Liter" von Friedrich Liechtenstein

Friedrich Liechtenstein nimmt uns mit auf einen kleinen Road-Trip durch Berlin / Screenshot 360°-Musikvideo “1.000 Liter”

Mit seiner zehnteiligen Doku-Reihe “Tankstellen des Glücks“, die auf Arte zu sehen war, ist Liechtenstein in diesem Jahr für den Grimme-Preis nominiert. Angereichert wird die TV-Produktion von dem 360°-Musikvideo zum Titellied “1.000 Liter“ und findet so auch seinen Weg ins Internet. Dort ist es über die Arte360-App und auf Arte Creative abrufbar.

Derartige Spielereien mögen wir vom Grimme Online Award natürlich sehr, wollen wir doch einmal schauen, welche Nominierten des 53. Grimme-Preises noch mit spannenden Angeboten zu ihren Werken im Internet vertreten sind.

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Aug 312016
 

youtube-creator-dayVieles ist gleich geblieben bei den VideoDays, interessant sind daher die kleinen Unterschiede zum Vorjahr: Erstmals wurde die “Academy” durch das YouTube-Community-Management organisiert, Showtag war am Freitag und Community-Day am Samstag – ein neues Konzept, früher war es umgekehrt. RTL 2 sorgte für Verfügbarkeit im Netz – Stream und On-Demand – und eröffnete zehn Musik-­Talenten im Rahmen des VideoVisionSongContest (#ViViSoCo) die Möglichkeit, ihr Können auf großer Bühne unter Beweis zu stellen, während viele große YouTuber fehlten. Und das Zuschauerinteresse ist nach Jahren des Wachstums zurück gegangen. Continue reading »

Mai 192016
 
Thumbnail der 37. BrainFed Folge. Foto: MESH Collective

Thumbnail der 37. BrainFed Folge. Foto: MESH Collective

BrainFed ist ein Nachrichtenformat, das alle zwei Wochen auf Youtube erscheint. In jeweils dreiminütigen Videos klärt Marik Roeder alias DarkViktory den Zuschauer, mithilfe von humorvollen Animationen, über aktuelle Themen und ihre Hintergründe auf. BrainFed wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung in Auftrag gegeben. Es ist eins von zwei Nachrichtenmagazinen die von MESH Collective produziert werden. Das Format soll insbesondere Jugendlichen Nachrichten näher bringen und sie durch eine interessante Präsentation, und die Möglichkeit zur Interaktion, gezielt ansprechen. Die Zuschauer können sich Themen wünschen und bei besonders großer Resonanz erscheint eine “BrainFed-Nachschlag”-Folge, welche diese Themen genauer beleuchtet. BrainFed ist in der Kategorie Wissen und Bildung für einen Grimme Online Award nominiert. MESH-Chefredakteurin Franziska von Kempis erklärt im Interview die Hintergründe der Themen und die Produktion der Videos. Continue reading »

Mai 082016
 
Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Gediegenes Ambiente bei der Bekanntgabe der Nominierten, Foto: Grimme-Institut/Rainer Keuenhof

Hanseatisch gediegen ging es zu bei der Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen für den Grimme Online Award und erinnerte Brigitte Baetz, Moderatorin und Mitglied der Nominierungskommission sogleich an “Grünkohlessen in der Bremer Bürgerschaft”. Dabei fand sie im altehrwürdigen Senatssaal der Universität zu Köln statt, quasi dort, wo die Kölner Uni ganz bei sich ist – hohe Stuhllehnen, an den Wänden Portraits der ehemaligen Uni-Kanzler in Öl, die streng auf das Treiben vor sich blicken, ganz so, als ob sie fragten: “Ob sich dieses Internet durchsetzen wird?” Nun es hat sich durchgesetzt und mit ihm die 28 nominierten Angebote – gefiltert aus insgesamt 1.200 Einreichungen in diesem Jahr. Und fast alle Nominierten waren angereist. Manche sind auch nicht gekommen, einige blieben abwesend und waren doch präsent, aber davon später mehr.

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Nov 162015
 

MedienConcret-1-2015Das Erzählen ist Grundlage von allem: “Ohne ist nichts nicht, so scheint es”. Das Erzählen erschafft und transportiert Mythen, es konstruiert Identitäten und rahmt Existenzen. Daher begleitet es uns seit Menschengedenken, angefangen von der Höhlenmalerei, über die Bibel und später den Roman, bis hin zu den bewegten Bildern heutiger Tage und ins Digitale hinein. Galt lange mit Blick auf das Web, je kürzer desto besser und “wer scrollt verliert”, scheint sich jetzt der Trend umzukehren: Langformen etablieren sich unter dem Etikett Scrollytelling und das Erzählen wird zunehmend medienübergreifend(er). Kein Wunder also, dass das Erzählen schon mehrfach hier im Blog Thema war und wohl auch immer wieder sein wird, denn egal ob kurz oder lang: Es sind die Geschichten, die unser Interesse für Medien erst wecken und deren Inhalte Form und Gestaltung geben – jenseits der Oberflächen. Continue reading »