Mrz 262018
 

„Merkel hofft auf 12 Millionen Einwanderer“ oder „Asylbewerber bekommen den Führerschein zum Nulltarif“ –­ das sind absurde Schlagzeilen, Für viele Facebook-User scheinen sie aber plausibel zu sein, sodass diese Meldungen fleißig kommentiert, geliked und geshared wurden – bewusst manipulierte Artikel, die gezielt gestreut werden. Kontroverse Inhalte wie diese sorgen für Clicks und bedienen finanzielle oder politische Motive. „Fake News“ nennen wir diese Falschnachrichten, die eine inhaltliche Nähe aufweisen zu Hassreden im Netz, denn oftmals unterfüttern „Fake News“ diese inhaltlich.

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Mrz 092018
 

"Fake"-Stempel auf Schrift. Montage: Grimme-InstitutEin reißerischer Titel, eine Portion Dramatik mit Bezug auf aktuelle Politik und ein scheinbar von der Öffentlichkeit bisher ignorierter Skandal – das ist das Grundrezept für sogenannte “Fake News. Ein Begriff, der im letzten Jahr die Debatte um Qualität und Vertrauenswürdigkeit von vorwiegend online publizierten Artikeln neu entfachte. “Fake News” sind keine klassischen Falschmeldungen, sondern bewusst manipulierte Artikel, die Unwahrheiten möglichst reichweitenstark und optisch kaum von seriösen Informationsquellen unterscheidbar in Umlauf bringen. Schon im Jahr 2016 war mit der “Hoaxmap” ein Angebot nominiert, das erfundene Meldungen richtigstellt. Ein Blick in die Liste der Vorschläge zum Grimme Online Award 2018 zeigt, dass sich in diesem Jahr besonders viele Angebote der Auseinandersetzung mit “Fake News” stellen. Auf unterschiedliche Art versuchen sie, für den Umgang mit Medieninhalten zu sensibilisieren.

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Feb 222018
 

Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Endspurt – noch 8 Tage, dann endet die Einreichungsfrist für den Grimme Online Award 2018. Bis dahin durfte das Grimme-Team schon hunderte spannende Angebote aus der digitalen Welt prüfen und der Nominierungskommission zur Diskussion präsentieren. Das klingt nach Arbeit? Definitiv, aber es lohnt sich und macht zudem noch Spaß!

Hi, ich bin neu hier!

Als Praktikantin beim Grimme Online Award darf ich Teil der gesamten Sichtungsphase sein. Jedes eingereichte Online-Angebot wird von unserem vierköpfigen Team genauestens unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren geprüft. Herz und Nieren – das bedeutet für den Award insbesondere die Herkunft der Angebote – ist es überhaupt unabhängig, die Technik und Zugänglichkeit, die Webspezifik der Angebote, ihre Relevanz für die allgemeine Öffentlichkeit und ihre publizistische Qualität. Da wird einem eine neue Art der Betrachtung, jenseits des Alltagssurfens, abverlangt – mein persönlicher Geschmack oder meine Herzstücke aus dem World Wide Web haben hier keine Priorität, der objektive Blick ist entscheidend. Da muss man erstmal seine alten Gewohnheiten ablegen.

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Feb 212018
 

“Konvergenz” – alle reden immer irgendwie davon, wir arbeiten damit: Beim Grimme-Preis dürfen inzwischen auch Produktionen teilnehmen, die gar nicht im linearen Fernsehen ausgestrahlt werden, sondern im Internet laufen. Klar, dass wir vom Grimme Online Award da auch mal einen Blick drauf werfen. Hier stellen wir ein paar beim Grimme-Preis nominierte Produktionen mit Webbezug vor:

Screenshot "DIY"

Hazel Brugger und Katja Kipping kreieren Freakshakes / Screenshot “DIY”

DIY mit Hazel Brugger
Nominiert in der Kategorie Unterhaltung, ist „DIY“ eine Produktion der heute-show des ZDF, die auf YouTube läuft und bei der die Kabarettistin Hazel Brugger mit Politikern Interviews führt, während sie mit ihnen bastelt. Hazel Brugger stellt den Politikern auf trockene und scheinbar emotionslose Art Fragen, die teilweise zu irritierten Blicken und ungewöhnlichen Antworten bei ihren Interviewpartnern führen. Man hat hier manchmal das Gefühl, dass ihnen in diesen Momenten gar nicht bewusst ist, wie viel sie mit ihren Antworten eigentlich von sich und ihren Überzeugungen preisgeben. Man könnte hier auch von einem Überraschungsakt durch absurde Fragentechnik sprechen. Hazel Brugger ist sich aber auch selbst nicht zu schade, mit ihren Bemerkungen zu polarisieren.
Dass sich die Politiker nebenbei noch mit dem Basteln von veganen Mettigeln, Freakshakes und Musikinstrumenten beschäftigen, ist überaus unterhaltend. Continue reading »

Feb 022018
 
Die drei Preisträger des Bert-Donnepp-Preises 2018: Dunja Hayali, Georg Seeßlen und Boris Rosenkranz (v.r.) mit Laudatoren und Mitgliedern des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises. Foto: Grimme-Institut/Georg Jorczyk

Die drei Preisträger des Bert-Donnepp-Preises 2018: Dunja Hayali, Georg Seeßlen und Boris Rosenkranz (v.r.) mit Laudatoren und Mitgliedern des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises. Foto: Grimme-Institut/Georg Jorczyk

Nanana, was für eine Wortwahl im ehrwürdigen Grimme-Institut – und was für eine Konstellation: Da beschwerte sich ein Laudator für den Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik darüber, dass er vom Preisträger schon mal kritisiert und als “dickhodig” bezeichnet wurde. Sonst aber schien David Schraven, Mitgründer des Recherche-Kollektivs Correctiv, sehr zufrieden mit dem Preisträger, den er da loben durfte: Neben dem Publizisten Georg Seeßlen wurde das vor zwei Jahren von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz gegründete Portal “Übermedien” an diesem Abend mit einem Preis ausgezeichnet.

Schraven kommt in seiner Laudatio schnell auf den aktuellen Streit des Übermedien-Gründers Niggemeier mit dem Publizisten Matthias Matussek zu sprechen, der offenbar nicht so gut mit Kritik umgehen kann wie Schraven. Es sei wichtig, dass ein Medium wie “Übermedien” “Böcke kritisiert, die jemand schießt” und auch strukturelle Skandale aufbereite. Besonders beeindruckt zeigt sich Schraven von der beständigen Kritik an der Yellow-Press, die auf “Übermedien” stattfindet: “Das lesen unglaublich viele Menschen, die alle wählen dürfen”, stellt er sehr zum Amüsement des Publikums fest. Wichtig sei aber vor allem, dass man nicht nachlasse in der Kritik.

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Dez 242017
 
Screenshot "Die Sternenzacke"

Screenshot “Die Sternenzacke”

Blogs mit Fundstücken aus dem Netz gibt es viele. Blogs mit Fundstücken aus dem Netz für Kinder? Nö, nicht so. Und dann auch noch mit ganz zauberhaften Zeichnungen? “Die Sternenzacke” ist so ein Blog. Die Illustratorin Christiane Dick findet außergewöhnliche Themen, die nicht nur für Kinder neu und spannend sind und begleitet sie mit ihren eigenen Zeichnungen. Continue reading »

Dez 232017
 
Screenshot des Netzromans "Der gefundene Tod"

Screenshot des Netzromans “Der gefundene Tod”

Die Idee des Netzromans ist nicht neu, wurde in dem literarischen Online-Projekt des Schriftstellers Thomas Lang jedoch auf eine neue interaktive Ebene gehoben. Es wurde offengelegt, wie ein literarischer Text entsteht. Wie Figuren entwickelt werden, wie man mit Text umgeht, welche Recherchen, Vorarbeiten und Überlegungen während des Schreibprozesses gemacht werden. Der User hatte die Möglichkeit, diese Entwicklung zu verfolgen und im Austausch mit dem Autor auch zu beeinflussen. Doch nicht nur das: Die Romanhandlung basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Leser konnte also außerdem die Verwandlung von Realität über den Kanal des Blogs in Literatur verfolgen. Continue reading »

Dez 222017
 
Screenshot aus "Verstrahlt, verlassen, verwaist: Pripjat – eine Geisterstadt in 360°"

Screenshot aus “Verstrahlt, verlassen, verwaist: Pripjat – eine Geisterstadt in 360°”

Am 26. April 1986 ereignete sich eine Katastrophe. Aber nur wenige bekamen es sofort mit. Erst viel später sollte sich herausstellen, was an diesem Tag ganz in der Nähe von Pripjat in der Ukraine passierte: Es gab eine Explosion und einen Brand im Kernkraftwerk Tschernobyl, unglaubliche Mengen von Radioaktivität wurden freigesetzt. Die Bevölkerung von Pripjat wurde zunächst im Unklaren gelassen, sie wurden zwar direkt am nächsten Tag evakuiert, aber sie dachten, dass sie schon bald zurückkommen. Continue reading »

Dez 212017
 
Screenshot "ÜberWasser"

Screenshot “ÜberWasser”

Wasser ist lebenswichtig. Das wissen wir hier auch. Aber wir erfahren es – glücklicherweise – nicht täglich. Bei uns kommt Wasser einfach aus der Leitung. In anderen Regionen dieser Erde sieht das ganz anders aus. Mit “ÜberWasser” hat “Die Welt” dem Wasser über zehn Monate hinweg ein umfangreiches multimediales Special gewidmet. Continue reading »

Dez 202017
 
Screenshot aus "Aber an mir ist doch nichts Interessantes dran"

Screenshot aus “Aber an mir ist doch nichts Interessantes dran”

Das Grundgesetz schützt das Persönlichkeitsrecht und somit auch Menschen, deren geschlechtliche Identität nicht dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht angehört. So entschieden im November die Richter des Bundesverfassungsgerichts und fordern ein drittes Geschlecht für die Eintragung im Geburtenregister. Diese Entscheidung rückt ein Thema in den öffentlichen Fokus, für das im Alltag häufig Toleranz und Verständnis fehlen: Menschen, die von den gängigen Geschlechternormen abweichen.  Continue reading »