Okt 122017
 
Grafik zum Social Community Day 2017. Georg Jorczyk / Grimme-Institut; pixome u. Mr_Vector / Fotolia.com

Grafik zum Social Community Day 2017. Georg Jorczyk / Grimme-Institut; pixome u. Mr_Vector / Fotolia.com

Es wird verhandelt – meistens in Talkshows. Dafür gesorgt, dass keine Seite das Gesicht verliert und doch Kompromisse möglich sind. Und es werden jede Menge Strippen gezogen. Man sondiert bevor die eigentlichen Koalitionsverhandlungen beginnen – und die werden schwierig, denn es müssen Positionen zusammengebracht werden, die eigentlich nicht zusammenzubringen sind. Das Ergebnis der Bundestagswahl kann nicht so richtig zufrieden machen.

Dabei haben wir uns doch alle so bemüht: in sozialen Netzwerken zur Wahl aufgerufen, versucht, den Hatern den Wind aus den Segeln zu nehmen und mit den AfD-Sympathisanten diskutiert. Doch in wie weit können Online-Aktivitäten die Meinungsbildung beeinflussen? Wie kann mithilfe sozialer Medien Wissen als Grundlage für demokratisches Handeln vermittelt werden? Welche Ideen und Methoden verstärken soziale Teilhabe? Welche Perspektiven entwickelt unsere digitale Gesellschaft? Continue reading »

Aug 282017
 

Begrüßt einen am Eingang zur Ausstellung: Der dicke italienische Klempner; Foto: Britta Stapelbroek

Flache Geschichten? Eindimensionale Charaktere? Sinnlose Daddelei? Wer das heute noch über Computerspiele denkt, hat wahrscheinlich nie etwas Komplexeres gespielt als Solitär oder das Moorhuhn. Spiele können Geschichten erzählen und Inhalte vermitteln, auch deshalb gibt es immer wieder publizistische Spiele im Wettbewerb um den Grimme Online Award. 

Parallel zum Start der Gamescom eröffnete das Museum für Angewandte Kunst Köln die Ausstellung “Im Spielrausch – Von Königinnen, Pixelmonstern und Drachentötern”. Sechs thematisch unterschiedliche “Level” beleuchten darin die verschiedenen Aspekte des Kultur-Phänomens Spiel und fassen den Begriff dabei überraschend weit, betrachtet wird neben dem klassischen Brettspiel und der moderneren Form, dem Computerspiel, nämlich auch das Theater als Spielstätte. Ein Kaspertheater zu Beginn und ein Videospiel am Ende bilden den interaktiven Rahmen der kleinen, aber sehr kompakten Ausstellung, die das MAKK in einem Kooperationsprojekt zusammen mit dem Institut für Medienkultur und Theater sowie der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln umgesetzt hat und deren Konzeption vom Grimme-Forschungskolleg mitfinanziert wurde. Darüber hinaus geht es in den Räumen wenig verspielt zu, vielmehr illustrieren zahlreiche Exponate die verschiedenen Prozesse, die in ihrer Gesamtheit das Phänomen “Spiel” ausmachen. Videogames werden mit Screenshots einzelner Szenen oder als kurze Videosequenzen eingebunden, daneben hängen oder stehen Masken, Puppen, Skizzen von Theaterkulissen, Spielbretter, Bücher und vieles mehr.

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Jul 022017
 

Von Denise Gühnemann

“Herzlich willkommen an einem der schönsten Flecken der Stadt”, begrüßte Moderatorin Jeannine Michaelsen die mehr als 300 anwesenden Gäste zur Preisverleihung des Grimme Online Award. Nach Jahren der Abwesenheit und der Rückkehr im vergangenen Jahr war der #GOA17, so der Hashtag des Abends, wieder zu Gast in der Kölner Flora. Continue reading »

Jun 202017
 
Screenshot der Webreportage "Was heißt schon arm?"

Screenshot der Webreportage “Was heißt schon arm?”

Wann gilt man in Deutschland eigentlich als arm? Wie aussagekräftig sind Armutsstatistiken? Das haben sich auch Britta Kollenbroich und Florian Diekmann gefragt und sich für Spiegel Online deshalb auf die Suche nach Protagonisten gemacht, die ihre Geschichten erzählen. Drei Lebensgeschichten, die unterschiedlicher und verblüffender nicht sein könnten, belegen dabei, dass arm nicht gleich arm ist und dass Statistik und subjektives Lebensgefühl nicht unbedingt übereinstimmen müssen. “Was heißt schon arm?” ist in der Kategorie “Wissen und Bildung” für den Grimme Online Award 2017 nominiert. Autor Florian Diekmann erzählt im Interview von einem Projekt, welches jeden zum Nachdenken anregen sollte. Es betrifft nämlich uns alle. Continue reading »

Jun 192017
 
Screenshot: Resi stellt sich vor

Screenshot: Resi stellt sich vor und bringt uns mit den GIFs zum schmunzeln

“Leg los, Resi!“ – Resi ist eine Nachrichten-App, die von Martin Hoffmann, Moritz Klack und Christopher Möller entwickelt wurde. Sie informiert über das aktuelle Weltgeschehen im hübsch verpackten Chat-Format inklusive Emojis und GIFs. Die Beiträge werden zunächst in Kurzform angekündigt, sodass jeder selbst entscheiden kann, wieviel er über das Thema lesen möchte. Jeder Beitrag wird am Ende mit einem Link abgerundet, der zu einem ausführlichen Artikel weiterleitet. Ist ein Thema besonders interessant, kann man das Resi mitteilen, sie erinnert sich dann daran und schickt häufiger personalisierte Push-Nachrichten. Resi lernt also mit jeder Interaktion des Users dazu. “Conversational Journalism“ nennt sich diese Form der Nachrichtenvermittlung – also Journalismus als Gespräch. Für den Grimme Online Award 2017 wurde Resi in der Kategorie “Spezial“ nachnominiert. Im folgenden Interview spricht Martin Hoffmann über die Entstehung und die Zukunft von Resi.

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Jun 162017
 
Screenshot der Website "piqd - handverlesenswert".

Screenshot der Website “piqd – handverlesenswert”.

In der Fülle von News im Internet gehen viele potentiell interessante Artikel verloren. Die Online-Plattform “piqd” beschäftigt Kuratoren, die als Experten für ihr jeweiliges Themengebiet die interessantesten Artikel aus dem Netz picken, kommentieren und zur Diskussion stellen. Das Projekt “piqd – handverlesenswert.” ist in der Kategorie “Spezial” für den Grimme Online Award 2017 nominiert. Im folgenden Interview berichtet der Geschäftsführer Marcus von Jordan über die Besonderheit des Projekts und warum es wichtig ist, eine kuratierte Nachrichten- und Diskussionsplattform innerhalb des lauten Durcheinanders des World Wide Web zu haben. Continue reading »

Jun 152017
 
Visualisierung von Blindheit durch die VR-App Notes on Blindness. Quelle: Notes on Blindes © Arte France, Ex Nihilo, Archers's Mark - 2016.

Visualisierung von Blindheit durch die VR-App Notes on Blindness. Quelle: Notes on Blindes © Arte France, Ex Nihilo, Archers’s Mark – 2016.

In Dunkelheit, eine Vielzahl von Geräuschen und Stimmen, die von überall her auf den User eindringen. Blaue Lichter visualisieren schemenhaft Menschen, Bäume. So taucht der User in die Erfahrung ein, blind zu werden. In der VR-App “Notes on Blindness” wird er dabei begleitet von den Berichten des Schriftstellers John Hull, dessen Erfahrungen sich hier visualisiert finden. Er verlor in den 1980er Jahren sein Augenlicht und hat seine Erfahrung der Blindheit auf Audiokassetten festgehalten. Auf Grundlage dieses Tagebuches ist die von Arte France produzierte VR-App “Notes on Blindness” entstanden, parallel zu einem gleichnamigen Kurzfilm. Mit der immersiven VR-App ist dabei eine unvergleichliche, visuelle Metapher für Blindheit gelungen, die den User in eine Welt eintauchen lässt, die er so nie zuvor gesehen hat. “Notes on Blindness” vermittelt also eine neue und ganz besondere Sicht auf diese Welt und ist daher auch in der Kategorie “Spezial” für den Grimme Online Award 2017 nominiert. Im Interview erzählt uns einer der Produzenten und Creative Directors Arnaud Colinart mehr über die Arbeit an “Notes on Blindness”. Continue reading »

Jun 142017
 
Screenshot der Website "Gebärdengrips"

Screenshot der Website “Gebärdengrips”

Im Internet gibt es unzählige Seiten und Angebote, die speziell für Kinder aufbereitete Informationen anbieten und Wissen vermitteln wollen. Dass dabei häufig Video- und Audioinhalte genutzt werden, ist selbstverständlich. Und kaum ein Nutzer wird sich dabei die Frage stellen, wie eine gehörlose Person mit einer solchen Art der Informationsvermittlung umgeht. Die Initiative “KOPF, HAND + FUSS” will einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit und ohne Behinderung sich besser verstehen, respektieren und unterstützen. Eines ihrer Projekte ist die Website “Gebärdengrips”, welche sich gezielt an gehörlose Kinder richtet und ihnen in Form von zahlreichen Videos, die in Gebärdensprache aufgenommen wurden, Wissen vermittelt. Das Projekt ist für den Grimme Online Award 2017 in der Kategorie “Wissen und Bildung” nominiert. Im Interview gibt die Gründerin von “KOPF, HAND + FUSS”, Stefanie Trzecinski, einige Einblicke in die Arbeit an dem Projekt. Continue reading »

Jun 122017
 
Filmstill: Titel von "Im Märkischen Sand". Illustration: Cosimo Miorelli

Filmstill: Titel von “Im Märkischen Sand”. Illustration: Cosimo Miorelli

Der Web-Dokumentarfilm “Im Märkischen Sand – Nella sabbia del Brandeburgo” befasst sich mit dem für viele Jahre in Vergessenheit geratenen Massaker in Treuenbrietzen am 23. April 1945, bei welchem 127 italienische Militärinternierte von Angehörigen der deutschen Wehrmacht erschossen wurden. Ausdrucksstarke Illustrationen, Beiträge von Angehörigen der Opfer und dem letzten Überlebenden, Antonio Ceseri, zeigen auf sehr einfühlsame und anschauliche Art ein erlebtes Kriegsgräuel, das nicht verschwiegen und nicht vergessen werden darf. Mit ihrem Beitrag sind die Filmemacher Katalin Ambrus, Nina Mair und Matthias Neumann für den Grimme Online Award in der Kategorie “Wissen und Bildung” nominiert. Eine der ausführenden Kreativen hinter “Im Märkischen Sand”, Nina Mair, gibt im Interview einen Einblick in die Entstehung und die Hintergründe zum Web-Dokumentarfilm. Continue reading »

Jun 122017
 
Credit: Facebookgruppe #ichbinhier

Titelbild der Facebookgruppe #ichbinhier

#ichbinhier steht für einen konstruktiven Dialog in den sozialen Medien. Ohne Hass, ohne Hetze, ohne “Fake News”. Inspiriert durch die Schwesterorganisation der schwedischen Gruppe #jagärhär startete Hannes Ley im Dezember 2016 eine Facebookgruppe, um Schärfe aus Diskussionen zu nehmen und die Menschen sachlich zum Nachdenken anzuregen. Das Hauptproblem sieht Hannes Ley in der Verallgemeinerung durch polarisierende Schlagzeilen. Die Aktivitäten unter dem Hashtag #ichbinhier sind in der Kategorie “Spezial” für den Grimme Online Award 2017 nominiert. Im Interview erzählt Initiator Hannes Ley von den Beweggründen und seiner persönlichen Verbindung zum Thema. Continue reading »