Aug 192014
 
iBlali

Branche trifft Fans, hier iBlali mit Fan.

Wer in diesen Tagen kreischende Teenager am Rande des Nervenzusammenbruchs sehen will, kommt an Köln nicht vorbei, wo die gamescom und die diesjährigen VideoDays stattgefunden haben. War Bewegtbild beim diesjährigen Grimme Online Award als “Megatrend im Auswahlverfahren deutlich spürbar”, schreibt die Jury des Grimme Online Award 2014 in ihrem Statement, präsentiert es sich bei den VideoDays als jugendkulturelles Pop-Phänomen: Stundenlange Autogramm-Sessions, jubelnde Fans und zum Höhepunkt eine Show mit allen YouTube-Stars.

Wer glaubte, das eine Steigerung zum letzten Jahr mit über 10.000 Besuchern nicht mehr möglich wäre, wurde überrascht: Am Samstagabend gingen die gerade mal fünften VideoDays mit einer großen Live-Show und einem Besucherrekord zu Ende. 15.000 Besucher kamen von Freitag bis Samstag in die ausverkaufte Lanxess Arena nach Köln. Traf man sich 2010 noch im Rahmen der gamescom mit 400 Teilnehmern, waren es im Folgejahr schon fünf Mal so viel, während man sich heutzutage komplett von der Spielemesse emanzipiert hat. Geblieben ist lediglich eine zeitliche sowie eine lokale Nähe.  Aus der Szene ist eine Branche geworden, resümierte Markus Hündgen (EVWA) unlängst, einer der Macher des deutschen Webvideopreises. Und diese Branche trifft hier die Fans, die in der Regel Zuschauer sind: Zwar ist Bewegtbild im Netz unter Heranwachsenden enorm populär, aber gerade mal jede(r) Zehnte (11 Prozent) hat in den letzten zwei Wochen Kommentare unter Videos gesetzt und nur vier Prozent eigene Videos hoch geladen (vgl. mpfs 2013, S. 35). “Broadcast yourself”, so das YouTube Motto, trifft also nur auf eine Minderheit zu, selbst wenn potentiell jedes einfache Handyvideo hoch geladen werden könnte. Zu beobachten ist stattdessen eine zunehmende Professionalisierung und Kommerzialisierung auf YouTube. Continue reading »

Jul 312014
 

Gastbeitrag von Lars Gräßer

DSC_0009“Neben dem Storytelling sind Video-Formate als Megatrend im Auswahlverfahren deutlich spürbar”, schreibt die Jury des Grimme Online Award 2014 in ihrem Statement. Diesem “Megatrend” geht aktuell eine (Medienkunst-)Ausstellung im Dortmunder U auf die Spur, fokussiert auf den Bereich der Erkärvideos: “Jetzt helfe ich mir selbst” – Die 100 besten Video-Tutorials aus dem Netz. Es geht um Anleitungen zum Selbermachen, ums Do-It-Yourself (DIY), das darüber reden und kommentieren, alles bei laufender Kamera. Die Ausstellung basiert auf einer Idee von Dr. Inke Arns (künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein e.V.). Die Auswahl der Videos entstand in Kooperation mit einem Seminar der Fakultät für Kulturreflexion der Universität Witten/Herdecke (Leitung: Jun.-Prof. Dr. Christian Grüny und Frederik Bury).

Dortmund scheint ein guter Ort für das Selbermachen zu sein: Ende April letzten Jahres schloss erst die Ausstellung “Die Mitmach Revolution” nach acht Monaten in der Dortmunder DASA. Sie thematisierte die “selbstmotivierten Praktiken der Medienamateure, Heimwerker, Tüftler und Dilettanten” und zeigte die Entwicklung der Amateurkulturen vom 19. Jahrhundert bis hin zur Web-2.0-Nutzung der Gegenwart. Continue reading »

Jun 282014
 

Eindrücke von Ute Zander und Rebekka Martin

Gewinnen heißt, nicht gescheitert nach Hause zu gehen

Das Gemurmel hinter dem grauen Vorhang wird lauter. Sektkorken knallen. Dort werden wohl gerade Käsebrote gereicht. In Trauben stehen die eingeladenen Gäste um Stehtische herum und reden angeregt. Es gibt viel zu erzählen. Wahrscheinlich hat man sich vor einem Jahr bei der Preisverleihung zum Grimme Online Award das letzte Mal gesehen.

Um einen Stehtisch herum stehen Männer und Frauen, die reden nicht. Sie blicken nervös auf das Display ihres Smartphones. Vielleicht zukünftige Preisträger? Auf der anderen Seite des Vorhangs verlässt gerade Anja Backhaus, Moderatorin der 14. Preisverleihung des Grimme Online Award, den Raum durch den Hintereingang Richtung Hafenbecken in Köln Mülheim. Noch einmal den Text durchgehen und Luft schnappen. Continue reading »

Jun 182014
 
Totale

Gut gefüllt präsentiert sich der Saal, die Interessierten stehen bis nach draußen. Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Lars Gräßer vom Grimme-Institut war dabei:

Dicht drängen sich die Besucher im sonnengelben “Yellow-Room” der Kölner Trinitatiskirche. Dass die Leute noch vor der Tür versuchen, einen Blick auf die Nominierten zu erhaschen, hat die Bekanntgabe der Nominierungen zum Grimme Online Award so auch noch nicht erlebt.

Wie in jedem Jahr hat das Grimme-Institut die Nominierten des Grimme Online Award zu einer Diskussionsveranstaltung geladen, um „die Menschen hinter den herausragenden Webangeboten sichtbar zu machen“, so Moderatorin Brigitte Baetz, selbst Medienjournalistin und Mitglied der Nominierungskommission. 23 Nominierungen werden am 21. Mai 2014 im Rahmen der Interactive Cologne und in Kooperation mit dem Medienforum NRW präsentiert. Sichtlich angetan von den nominierten Angeboten zeigt sich auch Frauke Gerlach, die neue Direktorin des Grimme-Instituts. Sie lobt in ihrer Begrüßung das publizistische Innovationspotenzial und das kreative Engagement. Continue reading »

Jun 132014
 
Screenshot "Netzpolitik"

Screenshot “Netzpolitik”

NSA, ACTA oder Netzneutraliät: Bei netzpolitik.org wird seit über zehn Jahren umfassend über netzpolitisch relevante Themen berichtet. Überwachung – ein hochbrisantes aktuelles Thema. Markus Beckedahl gründete netzpoltik.org, als der NSA-Skandal kaum einen interessierte. Inzwischen gibt es eine feste Redaktion und viele freie Autoren, die Berichte und Kommentare liefern oder Videos und Podcasts produzieren. Hier berichtet er über die Zielsetzung und Entwicklung seiner Arbeit. Und weshalb netzpolitik.org auch dann am Ball bleibt, wenn die Themen nicht mehr auf der Medien-Agenda stehen.

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Jun 122014
 
Screenshot "Geliebte Nachbarn"

Screenshot “Geliebte Nachbarn”

Der Deutsche, der sich über nichts freuen kann, oder der Holländer, der Cannabis rauchend zwischen seinen Tulpen im Garten sitzt. Das Multimedia-Special “Geliebte Nachbarn” von ARTE zeigt Vorstellungen einzelner Europäer über ihre Nachbarn. In kleinen Filmbeiträgen, unterstützt mit Stop Motion Zeichnungen, kann der Zuschauer so manche Vorurteile hinterfragen und sich auch selbst einbringen. Die Redakteurin, Marie Berthoumieu, erzählt, welche Ziele sie mit dem Projekt verbindet.

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Jun 112014
 
Screenshot "ASYL"

Screenshot “ASYL”

Das Dossier “ASYL” wurde von den Stipendiaten des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) realisiert. Durch die unterschiedlichen, sehr persönlichen Perspektiven und einem gut recherchierten Gesamtkontext wird das Thema greifbar und auf andere Weise in den Fokus gerückt. Im Interview erläutert der junge Journalist Benedikt Becker die Intentionen für das Projekt und warum es davon in Zukunft mehr geben sollte.

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Jun 102014
 
Screenshot "Pop auf'm Dorf"

Screenshot “Pop auf’m Dorf”

Eintauchen in die Welt eines Festivals, ohne selbst dagewesen zu sein. Die Multimedia-Reportage “Pop auf’m Dorf” lässt den Zuschauer in die intime Atmosphäre des “Haldern Pop Festivals” eintauchen. Mit einem neuen Reportage-Tool ist es dem WDR gelungen, Audios, Videos, Fotos und Texte miteinander verschmelzen zu lassen. Thema und Format harmonieren hier perfekt zusammen. Stefan Domke, Mitentwickler der”Pageflow-Reportagen”, berichtet, wie die neue Darstellungsform zum WDR kam.

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Jun 092014
 
Screenshot "Die letzte Reise des Gernot Fahls"

Screenshot “Die letzte Reise des Gernot Fahl”

Die Multimedia-Reportage “Die letzte Reise des Gernot Fahl” erzählt die Krankheitsgeschichte eines Mannes, dessen letzter Wille schließlich ist zu sterben. Auf seinen Wunsch hin begleitete ihn Anna Steinbach, Journalistin bei BILD, auf die Reise in die Schweiz. Fakten zum Thema Sterbehilfe sind zusätzlich abrufbar und bereiten das immer wieder diskutierte Thema auf.

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