Nov 292018
 
Lisa Altmeier, Steffi Fetz und Thomas Franke bei Panel I beim Social Community Day 2018, Foto: Georg Jorczyk/Grimme-Institut

Lisa Altmeier, Steffi Fetz und Thomas Franke bei Panel I beim Social Community Day 2018, Foto: Georg Jorczyk/Grimme-Institut

Oha! Da haben wir ja was angerichtet. Beziehungsweise angeregt. Zum Denken. Nach den beiden Diskussionsrunden zum Thema “Neue Heimat Internet” beim Social Community Day am 26. November haben wir mit einem Umfragetool die Gedanken zur Heimat abgefragt. Und wo zu Beginn der Veranstaltung recht klare Vorstellungen darüber herrschten, was Heimat ist oder sein könnte, kamen am Ende Gedanken wie “anstrengend”, “tbd”, “nicht definierbar” oder “wandelbar”. Continue reading »

Nov 072018
 
Was ist Heimat: In "Ein deutsches Dorf" dokumentieren Schüler der Henri-Nannen-Journalistenschule multimedial das Dorfleben in Werpeloh; Foto: Screenshot

In “Ein deutsches Dorf” dokumentieren Schüler der Henri-Nannen-Journalistenschule multimedial das Heimat- und Dorfleben in Werpeloh; Foto: Screenshot

Was ist Heimat? Wo in anderen Ländern und Sprachen die „Heimat“ stark mit dem „Vaterland“ verknüpft ist, beschreibt sie in Deutschland – das hat historische Gründe in der deutschen Kleinstaaterei – die Region, eine nähere Umgebung, ein Gefühl vielleicht. Zwar hat manch einer gar keinen Bezug dazu, assoziiert bestenfalls noch den Heimatfilm oder den Heimatdichter, meist aber polarisiert der Begriff Heimat: Die einen verbinden Positives damit – so denkt nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach eine große Mehrheit der Befragten an positiv besetzte Begriffe wie Kindheit und Familie, an Freunde oder an Geborgenheit. Und 77 Prozent der Deutschen fühlen sich stark mit ihrer Heimat verbunden. Andere – nach dieser Umfrage nur wenige – verbinden Enge und Spießigkeit mit dem Begriff „Heimat“, sehen ihn gar als Nazi-Wort, das sie gar nicht erst verwenden möchten. Continue reading »

Jun 252018
 

Gastbeitrag von Christina-Bella Pagés

Mai Thi Nguyen-Kim jubelt im Publikum über ihren Preis für "maiLab". Foto: Georg Jorczyc/Grimme-Institut

Mai Thi Nguyen-Kim jubelt im Publikum über ihren Preis für “maiLab”. Foto: Georg Jorczyc/Grimme-Institut

“My heart is on fire, fire, fire…” sang Stefanie Heinzmann in ihrem Song “On Fire” zur Eröffnung des diesjährigen Grimme Online Award. Leidenschaftlich brennende Herzen – eine passende Beschreibung des Abends in der Kölner Flora. Denn: Überall war sie zu sehen, die Leidenschaft – für digitale Medien, großartige Ideen und für das Bestreben, das Bestmögliche im Netz hervorzubringen. Aus rund 1.000 Einreichungen und 28 Nominierten musste die Jury auch in diesem Jahr die acht besten Angebote in den Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial küren. Musste? Nun, dazu später mehr. Und das Publikum (im Netz) war aufgerufen, seinen Favoriten für den Publikumspreis zu wählen. Continue reading »

Mai 032018
 

Endlich ist das Geheimnis gelüftet – letzten Donnerstag durften wir die Nominierungen für den diesjährigen Grimme Online Award bekanntgeben. 28 publizistische Angebote aus dem Netz können sich in vier Kategorien über eine Nominierung freuen. Voll war es im Raum der Bekanntgabe im „Startplatz“ in Köln. Gut gelaunt versammelten sich die Anbieterinnen und Anbieter, stellten ihre Inhalte vor und lauschten gespannt den Berichten und Erfahrungen der anderen Nominierten.

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Mrz 262018
 

„Merkel hofft auf 12 Millionen Einwanderer“ oder „Asylbewerber bekommen den Führerschein zum Nulltarif“ –­ das sind absurde Schlagzeilen, Für viele Facebook-User scheinen sie aber plausibel zu sein, sodass diese Meldungen fleißig kommentiert, geliked und geshared wurden – bewusst manipulierte Artikel, die gezielt gestreut werden. Kontroverse Inhalte wie diese sorgen für Clicks und bedienen finanzielle oder politische Motive. „Fake News“ nennen wir diese Falschnachrichten, die eine inhaltliche Nähe aufweisen zu Hassreden im Netz, denn oftmals unterfüttern „Fake News“ diese inhaltlich.

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Feb 222018
 

Foto: Grimme-Institut / Arkadiusz Goniwiecha

Endspurt – noch 8 Tage, dann endet die Einreichungsfrist für den Grimme Online Award 2018. Bis dahin durfte das Grimme-Team schon hunderte spannende Angebote aus der digitalen Welt prüfen und der Nominierungskommission zur Diskussion präsentieren. Das klingt nach Arbeit? Definitiv, aber es lohnt sich und macht zudem noch Spaß!

Hi, ich bin neu hier!

Als Praktikantin beim Grimme Online Award darf ich Teil der gesamten Sichtungsphase sein. Jedes eingereichte Online-Angebot wird von unserem vierköpfigen Team genauestens unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren geprüft. Herz und Nieren – das bedeutet für den Award insbesondere die Herkunft der Angebote – ist es überhaupt unabhängig, die Technik und Zugänglichkeit, die Webspezifik der Angebote, ihre Relevanz für die allgemeine Öffentlichkeit und ihre publizistische Qualität. Da wird einem eine neue Art der Betrachtung, jenseits des Alltagssurfens, abverlangt – mein persönlicher Geschmack oder meine Herzstücke aus dem World Wide Web haben hier keine Priorität, der objektive Blick ist entscheidend. Da muss man erstmal seine alten Gewohnheiten ablegen.

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Feb 022018
 
Die drei Preisträger des Bert-Donnepp-Preises 2018: Dunja Hayali, Georg Seeßlen und Boris Rosenkranz (v.r.) mit Laudatoren und Mitgliedern des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises. Foto: Grimme-Institut/Georg Jorczyk

Die drei Preisträger des Bert-Donnepp-Preises 2018: Dunja Hayali, Georg Seeßlen und Boris Rosenkranz (v.r.) mit Laudatoren und Mitgliedern des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises. Foto: Grimme-Institut/Georg Jorczyk

Nanana, was für eine Wortwahl im ehrwürdigen Grimme-Institut – und was für eine Konstellation: Da beschwerte sich ein Laudator für den Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik darüber, dass er vom Preisträger schon mal kritisiert und als “dickhodig” bezeichnet wurde. Sonst aber schien David Schraven, Mitgründer des Recherche-Kollektivs Correctiv, sehr zufrieden mit dem Preisträger, den er da loben durfte: Neben dem Publizisten Georg Seeßlen wurde das vor zwei Jahren von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz gegründete Portal “Übermedien” an diesem Abend mit einem Preis ausgezeichnet.

Schraven kommt in seiner Laudatio schnell auf den aktuellen Streit des Übermedien-Gründers Niggemeier mit dem Publizisten Matthias Matussek zu sprechen, der offenbar nicht so gut mit Kritik umgehen kann wie Schraven. Es sei wichtig, dass ein Medium wie “Übermedien” “Böcke kritisiert, die jemand schießt” und auch strukturelle Skandale aufbereite. Besonders beeindruckt zeigt sich Schraven von der beständigen Kritik an der Yellow-Press, die auf “Übermedien” stattfindet: “Das lesen unglaublich viele Menschen, die alle wählen dürfen”, stellt er sehr zum Amüsement des Publikums fest. Wichtig sei aber vor allem, dass man nicht nachlasse in der Kritik.

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Okt 272017
 
Grußwort per Videobotschaft von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Grimme-Institut/Anne Kerubo Samba

Grußwort per Videobotschaft von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Grimme-Institut/Anne Kerubo Samba

“Wir haben bei der Bundestagswahl soziale Medien erlebt, in einer Weise, wie vielleicht noch nie zuvor. Sie haben Informationen vermittelt, aber sie sind auch genutzt worden von Populisten für Ressentiments, für Fake News, für Hass”, sagte Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Videogrußwort zur Eröffnung des Social Community Day. “Dabei”, so fuhr er fort, “bieten diese Medien eigentlich hervorragende Möglichkeiten für die demokratische Kultur.” Um eine ganze Reihe dieser Möglichkeiten kennenzulernen, sind am 18. Oktober rund 150 Teilnehmer auf Einladung des Grimme-Instituts ins Kölner KOMED gekommen.

“Wir machen es uns zu leicht, wenn wir die Verantwortung für unsere Demokratie, für den Zustand unserer Gesellschaft ausschließlich der Politik oder staatlichen Instanzen zuschreiben”, so die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, in ihrer Begrüßung. “Wir müssen uns informieren und dort einmischen, wo es geht. Unsere Gäste werden uns heute hervorragende Beispiele dafür vorstellen, wie wir dies tun können.” Continue reading »

Okt 122017
 
Grafik zum Social Community Day 2017. Georg Jorczyk / Grimme-Institut; pixome u. Mr_Vector / Fotolia.com

Grafik zum Social Community Day 2017. Georg Jorczyk / Grimme-Institut; pixome u. Mr_Vector / Fotolia.com

Es wird verhandelt – meistens in Talkshows. Dafür gesorgt, dass keine Seite das Gesicht verliert und doch Kompromisse möglich sind. Und es werden jede Menge Strippen gezogen. Man sondiert bevor die eigentlichen Koalitionsverhandlungen beginnen – und die werden schwierig, denn es müssen Positionen zusammengebracht werden, die eigentlich nicht zusammenzubringen sind. Das Ergebnis der Bundestagswahl kann nicht so richtig zufrieden machen.

Dabei haben wir uns doch alle so bemüht: in sozialen Netzwerken zur Wahl aufgerufen, versucht, den Hatern den Wind aus den Segeln zu nehmen und mit den AfD-Sympathisanten diskutiert. Doch in wie weit können Online-Aktivitäten die Meinungsbildung beeinflussen? Wie kann mithilfe sozialer Medien Wissen als Grundlage für demokratisches Handeln vermittelt werden? Welche Ideen und Methoden verstärken soziale Teilhabe? Welche Perspektiven entwickelt unsere digitale Gesellschaft? Continue reading »

Aug 282017
 

Begrüßt einen am Eingang zur Ausstellung: Der dicke italienische Klempner; Foto: Britta Stapelbroek

Flache Geschichten? Eindimensionale Charaktere? Sinnlose Daddelei? Wer das heute noch über Computerspiele denkt, hat wahrscheinlich nie etwas Komplexeres gespielt als Solitär oder das Moorhuhn. Spiele können Geschichten erzählen und Inhalte vermitteln, auch deshalb gibt es immer wieder publizistische Spiele im Wettbewerb um den Grimme Online Award. 

Parallel zum Start der Gamescom eröffnete das Museum für Angewandte Kunst Köln die Ausstellung “Im Spielrausch – Von Königinnen, Pixelmonstern und Drachentötern”. Sechs thematisch unterschiedliche “Level” beleuchten darin die verschiedenen Aspekte des Kultur-Phänomens Spiel und fassen den Begriff dabei überraschend weit, betrachtet wird neben dem klassischen Brettspiel und der moderneren Form, dem Computerspiel, nämlich auch das Theater als Spielstätte. Ein Kaspertheater zu Beginn und ein Videospiel am Ende bilden den interaktiven Rahmen der kleinen, aber sehr kompakten Ausstellung, die das MAKK in einem Kooperationsprojekt zusammen mit dem Institut für Medienkultur und Theater sowie der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln umgesetzt hat und deren Konzeption vom Grimme-Forschungskolleg mitfinanziert wurde. Darüber hinaus geht es in den Räumen wenig verspielt zu, vielmehr illustrieren zahlreiche Exponate die verschiedenen Prozesse, die in ihrer Gesamtheit das Phänomen “Spiel” ausmachen. Videogames werden mit Screenshots einzelner Szenen oder als kurze Videosequenzen eingebunden, daneben hängen oder stehen Masken, Puppen, Skizzen von Theaterkulissen, Spielbretter, Bücher und vieles mehr.

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