Jun 072019
 
Screenshot der Website www.karolinschwarz.de

Screenshot Website Karolin Schwarz

Karolin Schwarz ist freiberufliche Journalistin, Fact-Checkerin und Trainerin. Sie arbeitet unter anderem für den Faktenfinder, Kontraste und Buzzfeed News, hält Vorträge und Schulungen zu Desinformation und Hass im Netz. Sie ist Fellow am Institute for Strategic Dialogue.

Im Februar 2016 gründete sie das Projekt Hoaxmap.org, das falsche Berichte über Geflüchtete und People of Color sammelt. Im gleichen Jahr wurde das Projekt für den Grimme Online Award und den Journalistenpreis “Der lange Atem” nominiert.

Nun ist sie Mitglied der Nominierungskommission des Grimme Online Award 2019 und bewertet selbst die eingereichten Projekte.

2016 waren Sie selbst mit “HOAXmap” für den GOA nominiert. Ein Projekt, das zahlreiche Falschmeldungen über Geflüchtete und nicht-weiße Personen sichtbar macht und zusammensucht. Heute sind Sie selbst in der Kommission und begleiten den Grimme Online Award – hat sich für Sie damals durch die Nominierung etwas verändert?

Porträtfoto von Karolin Schwarz

Karolin Schwarz, Gründerin von Hoaxmap, Mitglied der GOA-Nominierungskommission 2019. Bild: Andi Weiland

Durch die Nominierung haben wir noch einmal mehr Aufmerksamkeit für unser Projekt und das zugrunde liegende Problem bekommen. Das war auf jeden Fall hilfreich.

Was ist es für ein Gefühl, auch hinter den Kulissen zu stehen und neue Projekte zu bewerten und auszuwählen?

Die Arbeit in der Nominierungskommission ist sehr spannend. Ich habe einige Projekte gesehen, die ich noch nicht kannte, und natürlich beschäftigt man sich oft noch mal intensiver mit den Inhalten. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Auch wenn es nicht einfach ist, aus den vielen Einreichungen 28 Nominierungen auszuwählen.

Sie selbst sind Journalistin, Trainerin und Sprecherin. Sie halten Vorträge und Workshops – vor allem zu den Themen Desinformation oder Umgang mit Hass und Hasskommentaren im Netz.
Ist die Nachfrage nach solchen Workshops in den letzten Jahren gestiegen? 

Ich habe zumindest einiges zu tun. Zum einen ist das Problembewusstsein gestiegen, zum anderen entwickelt sich das Feld der digitalen Falschmeldungen auch weiter, und die politische Debatte schießt auch oft am Thema vorbei oder verkennt die eigentlichen Probleme. Es gibt also noch keinen Anlass, sich zurückzulehnen.

Welche Erfahrungen sammeln Sie in den Workshops zu dem Thema?

Über die Workshops habe ich die Möglichkeit, ganz verschiedene Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und Altersstufen kennenzulernen. Das ist immer sehr spannend und die Erkenntnisse unterscheiden sich durchaus. Die Arbeit macht sehr viel Spaß. Man merkt aber auch, dass viele Menschen sehr verunsichert sind, welchen Inhalten sie im Internet vertrauen können und wie sie selbst Fakten und Inhalte überprüfen können.

 

 

Das Interview führte Ekaterina Studennikova.

Die Interviews entstanden in medienpraktischen Übungen und Seminaren im Bachelor-Studiengang Online-Redaktion an der TH Köln

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