Jun 082017
 
Fotograf Christian Werner

Fotograf Christian Werner; Foto: Marius Münstermann

Geschichten und Emotionen vermitteln statt Zahlen und Statistiken. Darum geht es dem Foto- und Videojournalisten Christian Werner bei seinem Projekt. Er begleitete eine Rettungsaktion im Mittelmeer vor der libyschen Küste und sprach mit Helfern und Flüchtlingen. In Zusammenarbeit mit dem Spiegel entstand daraus die Visual Story “Rette sie, wer kann”, die für den Grimme Online Award 2017 in der Kategorie “Information” nominiert wurde. Im Interview erzählt Christian Werner mehr zu den Hintergründen und Besonderheiten seines Projekts. Continue reading »

Aug 222016
 

…oder lieber doch? Von der Genese eines Newsgames bei ARTE

Gastbeitrag von Uwe Lothar Müller

WissenundBildung05_01_384x288Für Spielchen sind die Redakteure bei ARTE Reportage natürlich schon zu reif, doch der Senior und Chef, Philippe Brachet, wollte mal was Neues ausprobieren: Da gebe es doch diese Newsgames oder Serious Games im Internet, bei denen man ersthafte Themen spielerisch aufbereite, um mal ein anderes Publikum zu erreichen, die Jungen, die dauernd surfen und spielen. Da könnte man doch unsere Webdokumentation “Refugees” – vier Künstler besuchen Flüchtlingscamps in Nepal, im Irak, im Libanon und im Tschad – prima um ein fünftes Element bereichern. Und die Jungen für ein Thema interessieren, dass die, klassisch aufbereitet, nicht interessierte.  Skeptische Blicke: Ein Spiel mit Flüchtlingen? Bei ARTE? Continue reading »

Mai 092016
 
Gründer Alexej Hock (l.) und Johannes Filous. Foto: Jan Zappner

Gründer Alexej Hock (l.) und Johannes Filous. Foto: Jan Zappner

Die Terrorzelle NSU, gewaltgeladene HoGeSa-Ausschreitungen am Kölner Hauptbahnhof und regelmäßige Aufmärsche der neuen Wutbürger-Front Pegida – Deutschland hat ein rechtes Problem. Johannes Filous und Alexej Hock, die Gründer des Twitter-Projekts “Straßengezwitscher”, setzen genau an bei dieser Thematik an. Sie wollen durch eine Live-Berichterstattung über rechte Kundgebungen Fremdenfeindlichkeit aufdecken. Das Projekt ist in der Kategorie Information für den Grimme Online Award 2016 nominiert. Johannes Filous spricht im Interview darüber, warum sein Bürgerjournalismus via Twitter einen öffentlichen Diskurs über Rassismus auslöst und beschreibt lebensbedrohliche Situationen bei der journalistischen Begleitung rechter Demonstrationen. Continue reading »

Mai 062016
 
Screenshot "Sandalen im Schnee"

Screenshot “Sandalen im Schnee”

Insgesamt sechs Flüchtlinge aus unterschiedlichsten Ländern – ob Syrien, Somalia oder aus der Demokratischen Republik Kongo – berichten in “Sandalen im Schnee” von ihren eigenen Erfahrungen des Ankommens, des unsäglichen Wartens und des alltäglichen Lebens in einer ganz fremden Welt. In Videointerviews und informativen Texten wird das Schweizer Asylsystem – von Ankunft bis Aufenthaltsgenehmigung – erläutert. Aus erster Hand wird aufgezeigt, wie schwierig es ist, sich in einem unbekannten Land zu integrieren, wenn das System es zunächst nicht unbedingt zulässt. Das Medienhaus SRF hat mit seiner Informationswebseite “Sandalen im Schnee” eine multimediale Reportage erschaffen, die einen umfangreichen Einblick in den amtlichen Weg ermöglicht, den Asylbewerber in der Schweiz bewältigen müssen. Zudem informiert die Website über die Asylgesuche der vergangenen Jahre und zeigt somit die Entwicklung der Migration auf. Das Projekt ist in der Kategorie Information für den Grimme Online Award 2016 nominiert. Im Folgenden geben Julian Schmidli, verantwortlich für Text und Interviews, und Timo Grossenbacher, zuständig für Gestaltung und Umsetzung, Auskunft über die Arbeit an der Reportage.

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Mai 042016
 
Vogelperspektive auf das Camp; Foto: Hammed Khamis

Vogelperspektive auf das Camp; Foto: Hammed Khamis

Seit 2012 wächst das autonome Flüchtlingscamp in Calais stetig und bietet den derzeit circa 4.000 Geflüchteten einen Unterschlupf. Sie versuchen von dort aus, nach Großbritannien zu kommen und riskieren bei der Weiterreise – mit Sprüngen auf Züge oder bei LKW-Überfahrten – tagtäglich ihr Leben. Hammed Khamis ist Autor und Streetworker in Deutschland und reiste im Sommer 2015 für 12 Tage in die französische Stadt, um effektive Hilfe zu leisten. Er erfuhr am eigenen Leib, was es heißt, Flüchtling zu sein, sich durch das Leben zu kämpfen und nicht gebilligt zu werden. Die zahlreichen Erlebnisse und Begegnungen hält er in seinem Blog “In den Dschungel von Calais“ im Online-Magazin seinsart fest. Er schreibt packende und emotionale Tagebucheinträge, die von Bildern und Videos ergänzt werden. Für seine Arbeit ist er in der Kategorie Information für den Grimme Online Award 2016 nominiert. Continue reading »

Mai 032016
 
Karolin Schwarz bei der Nominierung; Foto: Grimme-Institut / Rainer Keuenhof

Karolin Schwarz bei der Nominierung; Foto: Grimme-Institut / Rainer Keuenhof

Seit dem drastischen Anstieg der Flüchtlingsströme werden in Deutschland in den Sozialen Medien immer mehr verunglimpfende Gerüchte über Asylsuchende verbreitet. Social-Media-Redakteurin und Unternehmensberaterin Karolin Schwarz sowie ihr Teamkollege Lutz Helm hatten genug davon und gründeten im Februar 2016 die Seite HOAXmap mit dem Ziel, Ordnung in das gestreute Gerüchtechaos zu bringen und eine Dekonstruktion der Falschmeldungen zu erleichtern. Sie sammeln auf der Seite nachweislich widerlegte Falschmeldungen und reichern sie mit den korrekten Berichten von seriösen Medien an. Das Projekt “HOAXmap – Neues aus der Gerüchteküche” ist in der Kategorie Spezial für den Grimme Online Award 2016 nominiert. Karolin Schwarz berichtet in diesem Interview von der Recherchearbeit. Continue reading »

Mai 262015
 
Screenshot "Jeder Sechste ein Flüchtling"

Screenshot “Jeder Sechste ein Flüchtling”

Kaum ein Thema beschäftigt Politik, Medien und Gesellschaft in diesen Tagen mehr, als die Flüchtlingsproblematik. Im Fokus hitziger Debatten stehen oft finanzielle und räumliche Kapazitäten, die es zur Unterbringung Asylsuchender braucht. Die beiden SWR-Autorinnen Sandra Müller und Katharina Thoms erweitern mit ihrer für den Grimme Online Award in der Kategorie Information nominierten Webdoku “Jeder Sechste ein Flüchtling” diese Diskussion um die Dimension zwischenmenschlicher Beziehungen. Die Langzeitreportage nimmt das Zusammenleben der 5.000 Einwohner Meßstettens und der 1.000 Asylsuchenden in den Blick, die seit 2014 in einer umgebauten Kaserne der schwäbischen Kleinstadt unterkommen. Wie dieses Zusammenleben aussieht, wie es zum Projekt kam und warum es 2016 beendet sein wird, erklärt Sandra Müller – mitverantwortlich für Idee, Konzeption und Umsetzung.

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Mai 172015
 
Screenshot "Refugees – 4 Monate, 4 Camps"

Screenshot “Refugees – 4 Monate, 4 Camps”

Die Flüchtlingsprobleme sind weltweit allgegenwärtiger denn je: noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie derzeit. ARTE dokumentierte das Leben in den Flüchtlingscamps Beldangi in Nepal, Kawergosk im irakischen Kurdistan, Burj el-Barajneh im Libanon und Breidjing im Tschad. Mit der für den Grimme Online Award in der Kategorie Wissen und Bildung nominierten Web-Reportage “Refugees – 4 Monate, 4 Camps” kann nun der Nutzer dieses Material verwerten und eine eigene Reportage erstellen. Projektmanager Donatien Huet erläutert die Idee der spielerischen Umsetzung dieses ernstes Themas.

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Mrz 092015
 
Screenshot des Multimedia-Specials "Der Zaun" der Süddeutschen Zeitung.

Das Multimedia-Special “Der Zaun” der Süddeutschen Zeitung.

Eine der großen sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit ist der Umgang mit Menschen, die in immer größerer Zahl aus anderen Ländern kommen und bei uns Zuflucht suchen. Auch beim Grimme Online Award ist dieses Thema präsent. Schon in der Vergangenheit hat es überzeugende Beispiele gegeben für andere Perspektiven und Zugänge, die in der herkömmlichen Berichterstattung weniger Präsenz finden. Dies allerdings mit einem Schwerpunkt auf Migration, weniger auf der aktuellen Flüchtlingsproblematik.  Continue reading »