Mrz 132017
 

Auf den verschiedensten Wegen erreichen uns immer wieder Fragen zum Wettbewerb um den Grimme Online Award. Einige Fragen wiederholen sich, deshalb starten wir hier den Versuch der Klärung. Dies ist eine aktualisierte und überarbeitete Fassung eines Beitrags von 2013.

Was kostet es, Vorschläge für den Wettbewerb einzureichen?

Nix.

Die Gewinner vom Projekt "dekoder": Foto: Arkadiusz Goniwiecha

Die Gewinner vom Projekt “dekoder”; Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Was gibt es denn zu gewinnen?

Als Anbieter einer Website oder App: Eine Trophäe, Urkunden für die Beteiligten, viel Ehre und normalerweise ausreichend mediale Aufmerksamkeit. Aber kein Geld.

Als Internetnutzer, der kein eigenes Angebot im Wettbewerb hat: Wir versuchen als Anreiz immer Sachpreise aufzutreiben, aktuell sind das zwei Samsung Tablets. Wir verlosen diese Sachpreise allerdings nur unter denjenigen Nutzern, die ein gültiges Angebot vorschlagen.

Ich schlage mein eigenes Angebot lieber als Nutzer vor, die Nominierungskommission denkt sonst, ich bilde mir sonst was darauf ein und ich bekomme Minuspunkte. 

Das ist natürlich möglich, aber für uns ist der Anbietervorschlag hilfreicher, denn dort haben wir gleich zusätzliche Angaben. Die Nominierungskommission betrachtet alle Angebote unvoreingenommen, egal ob sie von Nutzern oder Anbietern vorgeschlagen wurden.

Warum muss ich so viele Angaben machen, wenn ich ein eigenes Angebot einreiche?

Es hilft uns, das Angebot zu beurteilen. Wenn wir zum Beispiel auf einen Blick wissen, seit wann das Angebot besteht und wie die Aussichten zum Weiterbetrieb sind oder wer dafür verantwortlich ist, müssen wir das nicht erst recherchieren. Außerdem haben wir dann gleich einen Ansprechpartner für Fragen – ja, wir haben schon aus der entscheidenden Nominierungskommissionssitzung angerufen, weil ein Server gerade down war und wir die Website nicht noch mal ansehen konnten.

Welche Angaben muss ich machen, wenn ich als Nutzer einen Vorschlag einreiche?

Hm. Wir brauchen schon die URL des eingereichten Angebotes und einen Titel. Beim Titel ist es uns übrigens sehr lieb, wenn es wirklich der Titel ist und keine Beschreibung des Angebotes. Sonst ändern wir das wieder um. Als persönliche Daten benötigen wir nur den Namen und die E-Mail-Adresse.

Ha! Die sammelt ihr doch und spammt mich dann zu.

Nein. Unter dem Einreichungsformular sind zwei Checkboxen, eine für die Verlosung, eine für unseren E-Mail-Verteiler. Wer ein Kreuzchen bei der Verlosung macht, wird kontaktiert, falls er gewinnen sollte. Übrigens ist es hierzu unbedingt hilfreich, die verwendete E-Mail-Adresse auch abzurufen – wir mussten schon für diverse Tablets Ersatzgewinner ziehen, weil sich die ersten Gewinner nicht gemeldet haben. Wer bei dem Verteiler ein Kreuzchen macht, bekommt von uns etwa acht E-Mails im Wettbewerbszeitraum, die über den Verlauf des Wettbewerbs informieren. Manchmal kommen auch noch wenige weitere E-Mails, in denen wir auf Veranstaltungen aufmerksam machen, die diejenigen interessieren könnten, die sich fürs Internet interessieren. Die E-Mail-Adressen lassen wir allerdings über den aktuellen Wettbewerbszeitraum hinaus im Verteiler, weil wir davon ausgehen, dass der Interessent dann auch im nächsten Jahr über den Wettbewerbsverlauf informiert werden möchte. Wer das nicht möchte, kann sich jederzeit per Mail abmelden. Und wenn das mal nicht klappt: Sorry! Einfach noch mal schreiben – das ist kein böser Wille, nur manchmal zu viel zu tun. Wer gar kein Kreuzchen macht, bekommt auch keine Post von uns. Selbstmurmelnd geben wir die Daten auch nicht weiter.

Ich habe was eingereicht und keine Bestätigungsmail bekommen!

Das ist absolut korrekt. Nach dem Einreichen sieht man eine Bestätigungsseite. Das bedeutet, der Vorschlag ist in unserer Datenbank eingegangen. Und die arbeitet sehr zuverlässig. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, kann hinterher auf die Liste der eingegangenen Vorschläge schauen, ob er wirklich eingegangen ist.

Nominierungskommission 2017; Foto: Grimme-Institut

Nominierungskommission 2017; Foto: Grimme-Institut

Bringt es auch was, wenn ich in der Einreichungsphase meine Leser, Freunde, Follower oder Verwandtschaft mobilisiere, mich vorzuschlagen? Es beeindruckt die Nominierungskommission doch sicher, wenn ein Angebot von ganz vielen Leuten vorgeschlagen wird.

Die Nominierungskommission bekommt davon gar nicht so viel mit, weil sie jeden Vorschlag nur einmal sieht. Die Vorschläge sind in der Datenbank zwar verknüpft und theoretisch können sie jede einzelne Begründung lesen – meist sind die aber nach solchen Aufrufen nicht so aufschlussreich. Wer viel davon mitbekommt, sind die Mitarbeiter, die die Datenbank pflegen und die doppelten Vorschläge aussortieren. Ehrlich gesagt ist es uns am liebsten, wir bekommen einen Anbietervorschlag statt 100 Nutzervorschläge, da hat die Nominierungskommission die bessere Grundlage für eine Entscheidung. Grundsätzlich wird aber jeder Vorschlag – egal wer ihn eingereicht hat – mit der gleichen Aufmerksamkeit betrachtet. Und einmal reicht für die volle Aufmerksamkeit.

Wieso sortiert ihr die doppelten Vorschläge denn von Hand aus? Kann das nicht die Datenbank?

Das könnte sie theoretisch, sie markiert doppelte sogar. Aber eine Datenbank ist eben kein Mensch und kann nur erkennen, ob eine URL in Teilen oder komplett gleich ist. Da es aber sein kann, dass ein und dieselbe Stamm-URL auf unterschiedliche Angebote verweist, etwa bei verschiedenen Bereichen eines großen Portals oder die gleiche Website verschiedene Webadressen hat, sollte da schon ein Mensch sitzen, der sich den Vorschlag ansieht und überprüft, ob damit nun das gleiche gemeint ist oder nicht.

Ist das auch der Grund dafür, dass mein Vorschlag nicht direkt in der Liste der eingereichten Vorschläge auftaucht?

Genau. Wir prüfen zunächst alle Vorschläge. Dabei schauen wir nicht nur, ob es sich um eine doppelt eingereichte Website oder App handelt, sondern prüfen auch auf rechtliche Zulässigkeit und ob der Link überhaupt funktioniert. Erstaunlicherweise tippen nämlich viele Leute die URL von Hand in das Feld des Einreichungsformulars. Die Fehler gehen dabei von doppelten Punkten, Leerzeichen, zu vielen oder zu wenigen Bindestrichen über Vertipper bis hin zu völligen Phantasieadressen. In allen Fällen versuchen wir herauszufinden, was eigentlich gemeint war und korrigieren die Fehler. Meistens gelingt es.

Apropos Linkliste: Ich hab da diese tolle Liste mit Links entdeckt, über die ihr merkwürdigerweise “Eingegangene Vorschläge” schreibt und die sich auf das Jahr 2009 bezieht. Kann ich euch per Mail bitten, mein Webangebot dort aufzunehmen, damit ich Bonuspunkte bei Google bekomme?

Klar. Am besten an die E-Mail-Adresse papierkorb@grimme-institut.de.

Jetzt mal ernst – das ist doch nicht die richtige Adresse?

Nein. Aber auch wer an eine existierende E-Mail-Adresse schreibt, wird zur Antwort bekommen, dass wir dort nicht nachträglich noch Links aufnehmen, denn das sind tatsächlich die URLs der Vorschläge, die im jeweiligen Wettbewerbszeitraum eingegangen sind. Aber man kann ja im nächsten Jahr am Wettbewerb teilnehmen und wenn der Vorschlag dem Statut entspricht, landet er automatisch in der Liste. Wir antworten übrigens sehr freundlich! Was jetzt kein Anreiz sein soll, es auszuprobieren …

Aber wenn die Liste von diesem Jahr ist und ich einen Vorschlag über das Online-Formular eingereicht habe, er aber nicht auf der Liste auftaucht, dann kann ich euch schreiben?

Grundsätzlich: Ja. Aber nur, wenn die URL wirklich nicht auf der Liste steht (bitte mit Strg + F auf der Seite suchen) und wenn er eingereicht wurde, bevor die Liste aktualisiert wurde. Wann das zuletzt passiert ist, steht immer über der Liste.
Wenn der Vorschlag nicht auf der Liste auftaucht, kann es aber auch sein, dass er nicht dem Statut entspricht. Wir nehmen seit 2015 keine Vorschläge mehr in die Liste auf, die eindeutig nicht zulässig sind. Das ist allerdings nicht so einfach zu entscheiden – wir haben es in einem eigenen Beitrag versucht zu erklären.

Wenn der Vorschlag auf der Liste steht, ist er dann schon nominiert?

Nein. Das wird gerne verwechselt. Wenn er auf der Liste der eingereichten Vorschläge steht, bedeutet das nur, dass er eingereicht wurde (das ist auch ziemlich logisch, weil der Titel der Liste “Eingegangene Vorschläge” lautet) und dem Statut entspricht. Hier und hier haben wir übrigens mal erläutert, was wir mit unserem Statut meinen und was die Nominierungskommission so diskutiert.

Wo ihr das Statut schon erwähnt: Warum lasst ihr eigentlich nur Websites und Apps zu, aber keine Podcasts, Twitter-Accounts und kein Facebook?

Irrtum. Zugelassen ist zunächst mal jedes Format, das im Internet zu finden ist, und Apps. Wir betrachten Podcasts genauso wie Videos, Twitter-Accounts haben schon Preise gewonnen und auch bei Facebook schauen wir regelmäßig rein. Wir würden zum Beispiel auch gerne mal einen Instagrammer auszeichnen, aber da haben wir noch niemanden gefunden, der diesen Kanal wirklich herausragend publizistisch nutzt. Dass die Formate bei uns nicht so regelmäßig auftauchen, hängt einfach damit zusammen, dass viele von ihnen qualitativ nicht so gut sind, dass sie sich gegen Blogs oder Web-Specials durchsetzen können.

Womit wir in der Beurteilung allerdings Probleme haben, sind Live-Formate. Zum Beispiel Facebook-Live, Periscope oder auch Snapchat. Da gibt es gute Angebote, aber sie sind meist nicht archiviert – wie soll die Nominierungskommission sie ansehen? Wie können wir etwas mit einer Nominierung oder einer Auszeichnung empfehlen, was dann nicht abrufbar ist. Damit würden wir dann nicht etwas bereits Bestehendes prämieren, sondern eine Prognose abgeben, dass dieser Anbieter auch in Zukunft herausragende Qualität liefert. Unsere Nominierungskommission ist gut, aber Hellseher sind sie nicht. Wenn es dafür einen Preis geben soll, müssen die Beiträge irgendwo öffentlich archiviert sein – zum Beispiel auf YouTube. So dass nicht nur Nominierungskommission und Jury es einsehen können, sondern auch der geneigte Nutzer, der sich das nach der Nominierung oder Preisvergabe ansehen möchte.

Und warum macht ihr dann nicht eine eigene Kategorie für Podcasts und eine für Videos und so weiter?

Wir haben inhaltliche Kategorien und keine technischen, weil sie wesentlich universeller einsetzbar sind, nicht permanent angepasst werden müssen und wir die Kategorien so auf wenige beschränken können. Würden wir für jedes neue Format eine neue Kategorie aufmachen, hätten wir mit Sicherheit eine starke Ungleichverteilung der Nominierungen und eine Preisverleihung von fünf Stunden. Nominierungskommission und Jury des Grimme Online Award schauen aus Nutzersicht, nicht aus Produzentensicht. Also vergleichen sie nicht einzelne Formate in ihrer Qualität miteinander, sondern schauen auch, ob für die Vermittlung des jeweiligen Anliegens die richtige Form gewählt wurde. Dass das jetzt so ist, heißt aber nicht, dass wir die Kategorien nicht regelmäßig überdenken und gegebenenfalls auch an die Gegebenheiten anpassen.


Ich würde gerne was zum Grimme Online Award einreichen, ich arbeite aber noch an dem Angebot. Kann ich das trotzdem einreichen?

Schon, aber am besten ist es, ein Angebot erst dann einzureichen, wenn es ganz fertig ist. Wir prüfen die eingereichten Angebote kontinuierlich, also auch schon vor dem Ende der Einreichungsfrist. Wenn wir dabei optimierungswürdige Inhalte sehen, wird das Angebot aussortiert. Wenn klar erkennbar ist, dass an dem Angebot noch gearbeitet wird, warten wir bis zum Ende des Einreichungszeitraums (15. März um Mitternacht). Ab diesem Zeitpunkt muss aber alles fertig sein, denn irgendwann muss die Nominierungskommission die Angebote ja prüfen.

Ich habe eine Website, von der ich nicht ganz sicher bin, ob ich sie einreichen soll, oder ob ich sie vielleicht noch verbessern muss, damit sie nominiert wird. Kann ich euch vorab schon mal den Link schicken, damit ihr mir sagt, ob sie gut ist oder nicht?

Was wir vorab sagen können ist, ob sie zulässig ist oder nicht – also ob sie dem Statut entspricht. Wobei auch das oft Grenzfälle sind, was wir dann gerne mit der Nominierungskommission ausdiskutieren. Für eine detaillierte Analyse von Websites haben wir leider keine Kapazitäten. Im Zweifel werden wir auf eine solche Frage immer antworten: Am besten einreichen, kostet nix und Schlimmeres als nicht nominiert zu werden, kann ja nicht passieren.

In welchem Zeitraum sollen die eingereichten Webangebote im Netz verfügbar sein?

Wir können natürlich nur prämieren, was für jeden auch erreichbar und damit nachvollziehbar ist. Die Angebote müssen also nicht nur im Zeitraum der Ausschreibung zugänglich sein, sondern mindestens bis zur Preisverleihung. In diesem Zeitraum sollten sie sich auch nicht zu stark verändern – ein Relaunch oder ein kompletter Themenwechsel wäre unangebracht, weil dann niemand mehr nachvollziehen kann, was genau die Nominierungskommission nominiert hat.

Darf ein Projekt, das den Grimme Online Award schon einmal erhalten hat, ihn nochmal bekommen bzw. nominiert werden?

Ein Projekt, das den Grimme Online Award in den Vorjahren bereits erhalten hat, kann nicht noch einmal mit dem gleichen Angebot nominiert werden. Auch bei einem bereits nominierten Angebot muss eine deutliche Weiterentwicklung erkennbar sein. Wohl aber kann ein bereits prämiertes oder nominiertes Angebot mit einem neuen Teilbereich noch mal nominiert werden, wenn es diesen z.B. zum Zeitpunkt der ersten Auszeichnung noch nicht gab.

Und wenn es schon mal für den Grimme-Preis nominiert war?

Grundsätzlich ist das kein Ausschlusskriterium, die beiden Preise sind unabhängig voneinander. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir genau das gleiche Angebot nominieren. So kann zum Beispiel eine im Netz veröffentlichte fernsehgemäße Dokumentation beim Grimme-Preis betrachtet werden, der Grimme Online Award hingegen betrachtet auch das ganze “Drumherum”, also zum Beispiel Interaktion mit den Zuschauern, Social-Media-Begleitung, begleitende Texte … Grundsätzlich gilt: Alles ist möglich, auch eine Doppel-Nominierung für Grimme-Preis und Grimme Online Award.

Darf ein Angebot denn ein zweites Mal für den Grimme Online Award vorgeschlagen werden? Oder ist man nach einer Bewerbung automatisch von allen weiteren Wettbewerben ausgeschlossen?

Ein Angebot kann unbegrenzt oft vorgeschlagen werden und wird auch immer wieder mit der gleichen Aufmerksamkeit angesehen. Besonders sinnvoll ist ein erneuter Vorschlag natürlich dann, wenn sich das Angebot inhaltlich oder technisch weiterentwickelt hat. Wir beantworten aber auch gerne die Frage, warum ein bestimmtes Angebot nicht nominiert wurde – das machen wir allerdings per Mail.

Darf ein Anbieter mehr als ein Angebot zum Wettbewerb einreichen?

Ja. Es gibt beim Grimme Online Award keine Kontingente, jeder Anbieter darf so viele verschiedene Angebote einreichen, wie er möchte. Jeder Nutzer selbstverständlich auch.

Ich habe eine Mail bekommen mit einer Einladung zur Bekanntgabe der Nominierungen. Heißt das, ich bin nominiert?

Nein. Das ist die Einladung für die Veranstaltung, die über unseren Verteiler an die Presse und an alle Interessierten geht, die sich bei der Einreichung für den E-Mail-Verteiler angemeldet haben. Nominierte werden von uns telefonisch vorab informiert, weil wir sicher gehen möchten, dass sie auch an der Veranstaltung teilnehmen. Wir freuen uns aber über jeden, der (nach Anmeldung) dorthin kommt – es ist eine sehr informative Diskussionsveranstaltung mit der Möglichkeit, die Nominierten kennenzulernen.

Warum macht ihr die Veranstaltung zur Bekanntgabe der Nominierungen denn mitten am Tag? Da kann doch keiner!

Weil es eigentlich eine Veranstaltung für die Presse ist, die wir ausgeweitet haben. Und Pressekonferenzen sind nun mal sinnvollerweise mitten am Tag, damit es noch in die Agenturen bzw. die Zeitungen für den nächsten Tag kann. Inzwischen gibt es aber ein weiteres Argument: Wir laden alle Nominierten ein, die von überall her in Deutschland (und Umgebung) kommen. Würden wir die Veranstaltung an einem Abend machen, wären zwei Tage für An- und Abreise futsch. Da das nominierte Projekt für die meisten der Nominierten nicht ihr Brotberuf ist, müsste man da schon sehr viel Verständnis vom Chef verlangen. Außerdem müssten wir noch die Übernachtung in Köln bezahlen. Und das können wir uns ehrlich gesagt nicht leisten. Vor allem, wenn mal gerade wieder eine Messe ist.

Mein Angebot ist nicht nominiert. Kann ich irgendwie erfahren, warum?

Grundsätzlich ja, wir begründen das gerne. Schick Deine Frage am besten per Mail an online-award@grimme-institut.de. Es kann allerdings je nach Arbeitsaufkommen einen Moment dauern, bis wir antworten.

Da ist ein Angebot nominiert, mit dem ich überhaupt nicht einverstanden bin. Was kann ich tun?

Wenn Du wissen möchtest, warum es nominiert wurde, schreib uns eine Mail (online-award@grimme-institut.de), wir begründen es gerne ausführlich. Darüber hinaus: Nicht viel, außer möglicherweise im nächsten Jahr bessere Angebote einzureichen.

Nach welchen Kriterien kommt man in die Nominierungskomissionen und die Jury? Nix für Ungut, aber von außen sieht das schon ein bisschen nach Proporz aus. Kaum Leute, die wirklich ein eigenes Projekt gegründet haben, dafür ins Risiko gegangen sind. Irgendwelche ARD-Redakteure, Menschen aus dem Uni-Elfenbeinturm oder Leute der x-ten ach-so-tollen “Agentur”.

“Proporz” stimmt schon irgendwie – aber natürlich legen wir die Anforderungen an Nominierungskommission und Jury fest. Wir möchten gerne Fachleute aus verschiedenen Bereichen: Journalismus, Design, Usability, aus dem medienwissenschaftlichen Bereich, Social-Media oder Virtual-Reality dabei haben. Dabei ist es natürlich wesentlich leichter, Leute zu bekommen, die nicht direkt für Webprojekte verantwortlich sind, da diese automatisch von der Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen sind. Sprich: Wer ein tolles neues Projekt plant, wird sich hüten über den Preis mitzuentscheiden, denn dann ist das Projekt raus. Deshalb haben wir auch sehr selten Personen von Rundfunkanstalten oder anderen größeren Online-Medien dabei, denn ihre Angebote können nicht berücksichtigt werden.

Wir schauen auch in jedem Jahr, ob unter den Nominierten/ Preisträgern des vergangenen Jahres jemand ist, der die Kommissionen bereichern könnte, denn ehemalige Nominierte können zumindest mit dem gleichen Projekt nicht noch mal am Wettbewerb teilnehmen. Aber gerade die Macher von kleinen Projekten sind oft sehr themenorientiert, sie haben sehr viel Ahnung von dem Gegenstand ihres Webangebotes, aber gar nicht so den Überblick über das, was sonst noch im Netz passiert. Müssen sie auch gar nicht – aber um über einen Internetpreis zu entscheiden, ist das schon notwendig.

Dann gilt gerade für die Nominierungskommission: Die Mitglieder müssen sich auch bereit erklären, das überhaupt zu machen. Denn es ist viel Arbeit, die ganzen Vorschläge in einem relativ kurzen Zeitraum zu sichten und darüber zu entscheiden. Ehrenamtliche Arbeit wohlgemerkt! Sie macht den Mitgliedern der Nominierungskommission normalerweise viel Spaß, aber es ist anstrengend.

Und zu guter Letzt greifen die Kriterien, die bei jeder Besetzung von Kommissionen oder Panels gelten: Ein einigermaßen ausgewogenes Verhältnis von Mann und Frau, Zeit zu den entsprechenden Terminen und natürlich Diskussionsfreude – denn was hilft eine fundierte Meinung, wenn man sie in einer entscheidenden Diskussion nicht rüberbringen kann (alles schon dagewesen!).

Das was Nominierungskommission und Jury machen, ist doch sowieso Murks. Ich will selbst über die Preisträger bestimmen. Geht das?

Eingeschränkt. Grundsätzlich gilt natürlich: Nur was eingereicht wird, kann auch ausgezeichnet werden. Der erste Schritt ist also, Angebote vorzuschlagen. Ansonsten gibt es neben den acht Jurypreisen auch einen Publikumspreis. Er wird per Voting durch die Internetnutzer bestimmt. Aber Achtung: Das Voting bezieht sich auf die Vorauswahl durch die Nominierungskommission. Sprich: Abgestimmt werden kann nur über die nominierten Angebote, aus ihnen kann eines den Publikumspreis erhalten.

Aber so ein Voting im Internet ist doch manipulierbar.

Das ist uns durchaus bewusst. Da wir das Voting nicht mit einer zu hohen Hürde versehen möchten, also z. B. die Angabe einer existierenden E-Mail-Adresse mit Bestätigungsmail, wird ein Cookie gesetzt. Grundsätzlich gilt aber wie bei jeder Wahl: Wer die meisten Leute mobilisieren kann, für ihn zu stimmen, wird auch gewinnen. Und das sind – wie die Publikumspreisträger der vergangenen Jahre zeigen – nicht unbedingt immer die Angebote, die von großen Medienhäusern kommen.

Alle Preisträger des Grimme Online Award 2016; Foto: Arkadiusz Goniwiecha

Alle Preisträger des Grimme Online Award 2016; Foto: Grimme-Institut/Arkadiusz Goniwiecha

Die Preisverleihung ist öffentlich – kann ich da einfach hinkommen?

Ganz so öffentlich ist die Veranstaltung nicht. Wir verschicken Einladungen und nur wer eingeladen ist, darf rein. Auf den Einladungsverteiler kommen so viele Nominierte wie möglich, ehemalige Nominierte und Gäste unserer Partner und Förderer. Und damit ist das Kontingent dann leider auch schon erschöpft.

Ich habe da noch eine ganz dringende Frage, die oben nicht beantwortet wird …

Kein Problem. Unten ist ein Kommentarfeld.

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